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    <title>The Diary of Kitty Koma : Rubrik:exkurs</title>
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    <dc:publisher>kittykoma</dc:publisher>
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    <title>The Diary of Kitty Koma</title>
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    <title>Was Leib und Seele zusammenhält I</title>
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    <description>&lt;p&gt;Laßt uns übers Essen reden. Nein, das wird kein Abnehm- und auch kein Kochtext.&lt;br /&gt;
Ich habe vor Jahren mal einen Text zu einem Filmprojekt namens &quot;Ochsenhunger&quot; geschrieben und finde ihn nicht mehr. Schade, denn er war gut. Ich hätte ihn sehr gern hier veröffentlicht und mit der Distanz von 5 Jahren noch einmal kommentiert.&lt;br /&gt;
Aber gut, dann gibt es einen neuen Text.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im frühen wie im späten Leben achten die Bezugspersonen auf Einfuhr und Ausfuhr. Wie viel geht rein in das Stück Leben? Genügt es? Kommt eine adäquate Menge auch wieder raus? Klemmt irgendwas?&lt;br /&gt;
Baby-Kitty war in dieser Hinsicht ein Sorgenkind. Es kam zwar vorbildlich alles wieder aus ihr raus, aber nach Meinung der umsorgenden bzw. wortführenden Großeltern und -tanten, die samt und sonders im Krieg bitter hungern mussten, hätte in Baby -Kitty wesentlich mehr reingepasst, wenn sie es denn gewollt hätte. &quot;Mädel, iss!&quot; war mein zweiter Vorname.&lt;br /&gt;
Es wird von panischen Arztbesuchen berichtet, denn als ich die Masern hatte, aß ich drei Tage nichts. Der Arzt saß es gelassen: Wenn sie gesund wird, bekommt sie auch wieder Hunger. Was auch so war.&lt;br /&gt;
Auch zu normalen Zeiten waren die Mahlzeiten für mich Stressmomente. Kartoffeln schälen oder Brötchen holen fand ich noch spannend. Ich knabberte für mein Leben gern rohe Kartoffeln, weil sie einen ähnlichen Geschmack hatten wie die gekalkten Zimmer-Wände, die ich anleckte und abkratzte (frühkindliche Perversion, ich weiß) und morgens mit der Großtante in die warme Backstube zu gehen, weil der Laden noch nicht aufhatte, das war ein Erlebnis, denn wenn ich wollte, durfte ich sogar die Brötchen aussuchen. Aber wenn das Geschirrgeklapper losging und der Tisch gedeckt wurde, verkroch ich mich am liebsten darunter. Natürlich holten sie mich hoch und setzten mich vor einen vollen Teller, den ich ambitionslos ansah, um kurz darauf in anhaltendes Geplapper auszubrechen, damit niemand auf die Idee kam, mir etwas in den Mund zu schieben. Ich erinnere mich nicht daran, dass ich ein Lieblingsessen oder ausgeprägte Abneigungen hatte, für mich war - zumindest in der Erinnerung - alles geschmacklos. Ob ich Süßes mochte, kann ich nicht sagen. Es waren ohnehin noch nicht die Zeiten, in denen Kinder täglich Süßigkeiten bekamen. Schokolade gab es zu Ostern, zu Weihnachten und am Geburtstag, Kekse und Kuchen waren mir egal. Das einzige, was ich ganz gern mochte, waren schokoladengefüllte Karamell-Lollies und herbe Lakritzstangen. Aber selbst an denen lutschte ich gut drei Tage.&lt;br /&gt;
Die Tricks, mit denen mir Essen nahegebracht wurde, waren zirkusreif.&lt;br /&gt;
&quot;Kuck mal, da kommt eine Dampflok: sch-sch-sch, tut-tut, Mund auf!&quot;&lt;br /&gt;
&quot;Ein Löffel für Papa, der muss studieren, ein Löffel für Mama, die muss studieren und ein Löffel für dein kleines Brüderchen, damit er groß und stark wird!&quot;&lt;br /&gt;
&quot;Wenn du jetzt nicht aufisst, müssen wir dich leider anbinden, bis der Teller leer ist. Das ist ganz peinlich, was soll denn der Nachbar sagen, aber es hilft ja nichts.&quot;&lt;br /&gt;
Die Tricks brachten meist nicht viel und das mit dem Anbinden versuchten sie einmal und nie wieder, denn ich saß ewig vor dem Teller.&lt;br /&gt;
Einmal ging ich in die Speisekammer und holte mir ein Stück Würfelzucker. Nicht, weil ich das so toll fand, sondern weil mir fortwährend Geschichten vorgelesen wurden, in denen Kinder Süßigkeiten mopsten. Als ich dann den Würfelzucker kostete, fand ich das zwar sehr süß, hatte aber keine Ahnung, warum andere Kinder für so etwas langweiliges Ärger riskierten.&lt;br /&gt;
Dafür konnte ich mit drei Jahren schon recht manierlich im Restaurant am Tisch sitzen und mit Besteck umgehen. Ich schob das Essen zwar weitestgehend auf dem Teller herum, aber ich muss dabei reizend ausgesehen haben, denn meine Großeltern gingen gern mit mir essen. Vielleicht waren es auch die umständlichen Tischsitten, die mich davon abhielten, Spaß am Essen zu haben. Nur am Waschtag wurde in der Küche eine vorgekochte Suppe gelöffelt. Ansonsten gab es Mittagessen am gedeckten Tisch, mit komplettem Besteck, Stoffservietten, Vorsuppe und Nachtisch.&lt;br /&gt;
Zur großen Empörung von KKM mochte ich am allerliebsten jenes Arme-Leute-Essen, das in diesem Haushalt nicht mehr auf den Tisch kam: frisches Graubrot mit Schmalz und Äpfel vom Baum. Es war ihr jedes mal herrlich peinlich, wenn die Omi von gegenüber stolz berichtete, ich hätte mit ihren Enkeln zwei ganze Stullen verputzt und auch nebenan, im Postenhaus, mochte ich das Soldatenbrot. Weißbrot mit ungarischer Salami und Camembert mochte ich eben weniger gern.&lt;br /&gt;
Mit fünf Jahren lag ich wochenlang mit einer Hepatitis-Infektion im Krankenhaus. Es war Vorschrift, danach ein Jahr lang Gallendiät zu halten - nichts Gebratenes, kaum Fett, keine Hülsenfrüchte. Die Mädchen in diesem riesigen Krankensaal waren den ganzen Tag damit beschäftigt, dem hinterherzutrauern, was sie nicht mehr essen durften: Schnitzel, Linsensuppe, Knackwurst, Kakao, Torte, Backfisch. Ich lag in meinem Bett und fragte mich, was daran so besonders wäre.&lt;br /&gt;
Ich hatte es ohnehin wieder ausgereizt. Bevor ich ins Krankenhaus kam, hatte ich so lange kein Essen in mir behalten können, bzw. es gleich ganz verweigert, dass ich vor Schwäche nicht mehr laufen konnte. Es dauerte lange, bis ich wieder aufrecht stand und die Puddingsuppe, die es manchmal morgens anstelle des Haferschleims gab, fand ich ok., aber ich gab den anderen, die sich darum fast prügelten, gern meinen halben Becher.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die nächsten Aha-Erlebnisse kamen, als ich zu meinen Eltern und meinem Bruder umsiedelte. Der Kleine war damals wohlgenährt und hatte, da er von Anfang an im Kindergarten war, einen gesunden Futterneid entwickelt, neben dem ich zunächst wie ein spackes Alien stand.&lt;br /&gt;
Ich erinnere mich an einen der ersten gemeinsamen Abende, wo er vor dem Abendbrot hungrig war, ein Ende Teewurst aus dem Kühlschrank griff, sie sich mit den Fingern herauspulte und in den Mund schob. Ohne Brot! Freiwillig! Ich schüttelte mich, als ich auch probierte.&lt;br /&gt;
Auch das Kindergartenessen war für mich zunächst abartig. Breiiger Milchreis, Milchnudeln (ich hasste süße Hauptspeisen!), &quot;Stullenfleisch&quot; (Hackbraten), Nudeln mit Tomatensauce, alles was die anderen Kinder in Entzücken versetzte, war mir egal. Das einzige, was ich interessant fand, war der nachhaltige Glutamatgeschmack der Saucen.&lt;/p&gt;</description>
    <dc:creator>kittykoma</dc:creator>
    <dc:subject>exkurs</dc:subject>
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    <dc:date>2009-10-13T14:34:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://kittykoma.twoday.net/stories/kruzituerken/">
    <title>Kruzitürken!</title>
    <link>http://kittykoma.twoday.net/stories/kruzituerken/</link>
    <description>Habe gerade einen Versuch mit offline-Bloggen über Qumana gemacht. Entweder ich habe mich zu blöd angestellt oder dieses Programm. Download klappte, upload nicht, da streikte das Programm. (Und hat mir zwei Texte gefressen!)&lt;br /&gt;
Da ich mit Blogdesk für PC nie Probleme hatte, sollte es nicht an Einstellungen oder Portfreigaben liegen.&lt;br /&gt;
Hat jemand eine Empfehlung für Offline-Bloggen mit dem Mac?</description>
    <dc:creator>kittykoma</dc:creator>
    <dc:subject>exkurs</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 kittykoma</dc:rights>
    <dc:date>2009-10-07T18:23:00Z</dc:date>
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    <title>Look at</title>
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    <description>&lt;a href=&quot;http://babeltext.de/2009/10/06/brauchtum/&quot;&gt;babeltext&lt;/a&gt;</description>
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    <dc:subject>exkurs</dc:subject>
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    <dc:date>2009-10-06T14:33:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://kittykoma.twoday.net/stories/mutter-und-das-haehnchen/">
    <title>Mutter und das Hähnchen</title>
    <link>http://kittykoma.twoday.net/stories/mutter-und-das-haehnchen/</link>
    <description>Ich bin fasziniert davon, was am Ende dieses als langweilig gescholtenen Wahlkampfes passiert.&lt;br /&gt;
Angela Merkel steht vor den Fernsehkameras und wedelt impulsiv mit den Armen (Ellbogen natürlich wie immer am Körper), sie lächelt sogar.&lt;br /&gt;
Und dann kommt Super-Guido. Der, der schon zwei Mal vor den Augen der ganzen Nation am Zaun rüttelte und schrie: &quot;Ich will hier rein.&quot; Der auch im siebten Jahr und im dritten Versuch auf der Außenseiterposition knapp hätte scheitern können. Er ist von Kopf bis Fuß Triumph, er platzt fast vor Freude und Energie. Endlich regieren!&lt;br /&gt;
Alle alle alle Visionen verwirklichen!&lt;br /&gt;
Der Mann ist in  seinem Redesermon nicht zu unterbrechen, zwei Mal muß die Kanzlerin reingehen, bis er mitbekommt, daß gerade seine Chefin spricht und er jetzt anstandshalber mal die Klappe zu halten hätte.&lt;br /&gt;
In diesen drei Minuten hatten wir die Dynamik der zukünftigen Koalition in der Nußschale.&lt;br /&gt;
Merkel wird sich noch sehr nach der bräsigen SPD und ihren Akteuren zurücksehnen, nach Steinmeiers kooperativem Phlegma, Becks Neigung, bullerig Eigentore zu schießen und einem Müntefering, der durch junge Liebe altersmilde geworden ist.&lt;br /&gt;
Westerwelle scheint übermotiviert und die Kraftverteilung in der zukünftigen Koalition arbeitet ihm auch noch zu. Daß diese Stimmen, die die FDP zu diesem Wahlergebnis katapultierten, vor allem die SPD an der Macht hindern sollten, ist in der Politikpraxis nicht maßgeblich.&lt;br /&gt;
Merkel hat vier Jahre Schwerstarbeit hinter sich, das sieht man ihr auch an. ob sie dem, was sie jetzt erwartet, gewachsen ist, darauf bin ich sehr gespannt.</description>
    <dc:creator>kittykoma</dc:creator>
    <dc:subject>exkurs</dc:subject>
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    <dc:date>2009-09-28T09:41:00Z</dc:date>
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    <title>Exkurs 1</title>
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    <description>look at &lt;a href=&quot;http://babeltext.de/&quot;&gt;babeltext&lt;/a&gt;</description>
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    <dc:date>2009-09-27T18:03:00Z</dc:date>
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    <title>GRMPF!</title>
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    <description>Mal wieder aus Bravheit und Zögern einen Tick zu spät dran.&lt;br /&gt;
Kitty, wenn dich etwas leidenschaftlich anzieht, dann solltest du deinen Impulsen folgen und nicht deinem Kopf und den anderen, die dir sagen, was richtig für dich ist.</description>
    <dc:creator>kittykoma</dc:creator>
    <dc:subject>exkurs</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 kittykoma</dc:rights>
    <dc:date>2009-09-26T09:14:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://kittykoma.twoday.net/stories/im-anderen-leben/">
    <title>Im Anderen leben</title>
    <link>http://kittykoma.twoday.net/stories/im-anderen-leben/</link>
    <description>Eva Gabriellson, die &lt;a href=&quot;http://www.supporteva.com/de/&quot;&gt;Lebensgefährtin&lt;/a&gt; des schwedischen Autors &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Stieg_Larsson&quot;&gt;Stieg Larsson&lt;/a&gt; hat ein Problem.&lt;br /&gt;
Larsson starb völlig überraschend, relativ jung und ohne Testament. Die Erlöse der drei Bücher, die sich als Bestseller erwiesen, gehen an seine lebenden Blutsverwandten, zu denen er laut Gabriellson so gut wie keine Verbindung hatte.&lt;br /&gt;
Aber ihre sehr lange dauernde Beziehung ist so gut wie nicht publik:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;Eva Gabrielsson hat 32 Jahre mit Stieg Larsson zusammengelebt. Es war ein gefährliches Leben, denn er stand auf den Todeslisten der Neonazis in Schweden, weil er den Mut hatte, immer wieder öffentlich vor ihnen zu warnen. Er musste sein Privatleben so anonym halten wie möglich. &quot;Ich durfte nicht mal meinen Arbeitskollegen sagen, mit wem ich meine Wohnung teile&quot;, erinnert sich Gabrielsson. &quot;Ich hatte auch nie Menschen von der Arbeit zu Hause zum Essen oder so was. Wir haben auch nicht geheiratet, damit Stieg nicht bei den öffentlichen Behörden recherchierbar ist.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://aspekte.zdf.de/ZDFde/inhalt/23/0,1872,7877111,00.html&quot;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ganz ehrlich, ich finde das sonderbar. Vielleicht sind schwedische Neonazis gefährlicher und mächtiger als deutsche. Denn zwei Frauen, die ich kenne, die in Brandenburg und Berlin sehr intensiv zu Neonazis recherchier(t)en und veröffentlich(t)en, bewegen sich ganz normal in der Öffentlichkeit. Sie telefonieren zwar mit unterdrückten Nummern und sind mit ihrer Adresse nicht allzu freigiebig, aber sie bekennen sich zum Lebensgefährten bzw. Ehemann und haben Kinder, mit denen sie ganz normal umgehen.&lt;br /&gt;
Sollten die beiden tatsächlich 30 Jahre lang ohne Freunde und jegliche andere öffentliche/gesellschaftliche Statements eine enge Beziehung geführt haben? So eng, daß Gabriellson tatsächlich durch konkrete Hilfe und Unterstützung maßgeblich am Entstehen der Bücher beteiligt war? Oder war sie nur(?) die Geliebte, die standby-Frau, bei der sich der Untergrund-Krieger ausruhte und zu der er sich womöglich nie bekennen wollte?&lt;br /&gt;
Die Frau im Hintergrund des Kreativen ist keine Neuigkeit der Kunstgeschichte, eher der Klassiker. &lt;br /&gt;
Mich verwundert aber, daß das auch in einer so extrem emanzipierten Gesellschaft wie Schweden passieren kann. - Oder vielleicht gerade? Denn welche eigenständige Frau stellt sich hin und rechnet ihrem Lebensgefährten/Geliebten vor:&lt;br /&gt;
Socken und Unterhosen gewaschen&lt;br /&gt;
für einen vollen Kühlschrank gesorgt&lt;br /&gt;
zugehört (auch wenn du zuviel getrunken hast)&lt;br /&gt;
Bibliotheksrecherche&lt;br /&gt;
Ideen ausgesprochen&lt;br /&gt;
Manuskript gesichtet und korrigiert&lt;br /&gt;
dir Mut gemacht, wieder und wieder&lt;br /&gt;
auf gemeinsame Freunde verzichtet&lt;br /&gt;
offiziell als alte Jungfer vergammelt&lt;br /&gt;
Angst um dich gehabt,&lt;br /&gt;
das macht in 30 Jahren, in denen ich dir einen großen Teil meiner privaten Energie und Lebenszeit gewidmet habe mindestens 30% deiner gegenwärtigen und zukünftigen Einnahmen aus - und das hätte ich bitte schriftlich und zwar jetzt.&lt;br /&gt;
Das ist eine schwierige Sache, nicht wahr? Zudem Frauen ihren Support freiwillig anbieten, wieder und immer wieder. In der alten, tief sitzenden Hoffnung, für Nettsein und stille Aufopferung belohnt zu werden. Statt auf sich selbst zu vertrauen und ein Buch zu schreiben, einen Bauernhof zu kaufen, eine Firma zu gründen, sind sie die Wesen im Hintergrund und seit es aus der Mode ist, bei engerer Bindung zu heiraten, sind sie gearschter als früher. Aber sie sind selbst schuld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
LaPrimavera hat sich ihr drittes Haus allein gekauft. Zwei Mal hatte sie einen Mann im Boot. Beim ersten Mal verlor sie bei der Scheidung die ältesten Freunde, weil der Exmann öffentlich jammerte, sie habe ihn mit dem Haus finanziell ruiniert, weil es nur unter Verlust zu verkaufen war. Beim zweiten Mal zog der Lebensgefährte die Reißleine, weil er seine Ideen nicht durchsetzen konnte. Das Haus wurde rechtzeitig und mit Gewinn verkauft. Den Gewinn teilten sich die beiden und sie machte die nächste Investition in ihre Traumobjekt allein. Mit allen Konsequenzen: ruinierten Bandscheiben wegen der harten Arbeit und einem Fulltimejob durch den riesigen Garten. Es gibt zwar einen Mann in ihrem Leben und der wird auch aufgefordert, etwas zu tun, wenn er unter riesigen Bäumen in der Hängematte liegen will. Aber wenn es darum geht, daß er ganz zu ihr zieht (was er eigentlich gern möchte) und damit als Mann im Haus jede Menge schwere Arbeit übernehmen wird, macht er immer wieder einen Rückzieher.&lt;br /&gt;
Er begründet den natürlich nicht öffentlich, aber ich kann mir gut vorstellen, daß es sicher darum geht, daß er seine Energie nicht in einem Faß ohne Boden versenken will und womöglich irgendwann ohne Bleibe dasteht.&lt;br /&gt;
Er weiß also, jenseits von Heimwerkerei zur Beziehungspflege, was seine Arbeit wert ist. Er will sie nicht einfach so verschenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht ist das der Punkt. Den Wert der Zuarbeit für einen Partner selbst schätzen zu lernen. Sich nicht mit Kleinkram bescheiden oder diesen bewußt zu verschenken (ich habe z.B. Bügeln immer als scherzhaft Liebesbeweis bezeichnet). Sich zu fragen, warum man das, was man für den anderen tut, nicht für sich selbst tut.  - Verbunden mit Verantwortung und dem Risiko des Scheiterns. Wir sind wieder beim alten Thema Furcht vor Verantwortung...</description>
    <dc:creator>kittykoma</dc:creator>
    <dc:subject>exkurs</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 kittykoma</dc:rights>
    <dc:date>2009-09-17T12:18:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://kittykoma.twoday.net/stories/lesen/">
    <title>Lesen!</title>
    <link>http://kittykoma.twoday.net/stories/lesen/</link>
    <description>&quot;Das Opfer&quot; von &lt;a href=&quot;http://www.zilahy.net&quot;&gt;Peter Zilahy&lt;/a&gt;. Abgedruckt in der FAS von heute (online nur mit login).&lt;br /&gt;
Ich habe gelacht und gestrahlt beim Lesen. Ein schönes Gefühl wenn man merkt, daß man nicht der einzige Mensch hinter dem Eisernen Vorhang war, der in griechische Sagen hineinfiel wie in eine andere, bessere Welt. &lt;br /&gt;
Wenn es heißt, ein wenig Hunger sei gut, um den Körper gegen das Altern aufrecht zu halten, so ist das mit dem Kopf nicht anders. Weniger Input an Information und Geschichten hält das Hirn und die Phantasie auf Trab.</description>
    <dc:creator>kittykoma</dc:creator>
    <dc:subject>exkurs</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 kittykoma</dc:rights>
    <dc:date>2009-09-13T11:06:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://kittykoma.twoday.net/stories/wieder-mal/">
    <title>Wieder mal</title>
    <link>http://kittykoma.twoday.net/stories/wieder-mal/</link>
    <description>eine Bewerbung bekommen, von einem Jungmann, den ich sofort als Büroboten einstellen würde *hrhrhr*, aber sicher nicht als das, wofür er sich bewirbt. Dafür isser leider komplett unbegabt.</description>
    <dc:creator>kittykoma</dc:creator>
    <dc:subject>exkurs</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 kittykoma</dc:rights>
    <dc:date>2009-09-07T18:07:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://kittykoma.twoday.net/stories/weisheit-fuer-den-montag/">
    <title>Weisheit für den Montag</title>
    <link>http://kittykoma.twoday.net/stories/weisheit-fuer-den-montag/</link>
    <description>Tote Pferde reiten stinkt irgendwann.</description>
    <dc:creator>kittykoma</dc:creator>
    <dc:subject>exkurs</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 kittykoma</dc:rights>
    <dc:date>2009-09-07T07:11:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://kittykoma.twoday.net/stories/8-sachen-die-frauen-nun-auch-koennen/">
    <title>7 Sachen, die wir auch können:</title>
    <link>http://kittykoma.twoday.net/stories/8-sachen-die-frauen-nun-auch-koennen/</link>
    <description>&lt;ol&gt;
&lt;li&gt;nicht zuhören&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Geburtstage und Jahrestage vergessen&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;fies und schnell Auto fahren&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;bei nebensächlichen Erkrankungen gaaaanz schlimm leiden um Extra-Aufmerksamkeit zu bekommen und von Kleinscheiß suspendiert zu sein&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;bei Jobproblemen im Privatbereich rummaulen und -granteln&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;wichtige Sitzungen und Geschäftsreisen vorschieben&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;einfach mal Ruhe haben wollen - wobei es bis jetzt keinen so guten Vorwand wie die Sportschau gibt&lt;/li&gt;&lt;/ol&gt;</description>
    <dc:creator>kittykoma</dc:creator>
    <dc:subject>exkurs</dc:subject>
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    <dc:date>2009-08-28T14:38:00Z</dc:date>
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    <title>Auch 20 Jahre II</title>
    <link>http://kittykoma.twoday.net/stories/auch-20-jahre-ii/</link>
    <description>... und kam zu einem Foto, das einen illegalen Künstlerauftritt zeigt. In diesem rohen, mit Plakaten und Bildern vollgehangenen Dachboden in der Oderberger Straße war ich schon einmal, als ich Kollegen zu einem Auftritt begleitete.&lt;br /&gt;
Anfangs hatte ich noch den Impuls, HeMan zu erklären, was das alles ist, was es für mich bedeutet, was es in mir auslöst, aber ich tat es nicht. Ich war einfach nur noch von den Gefühl dieser Zeit überwältigt, vom wirren, wütenden Sommer 89.&lt;br /&gt;
Ich wohnte zwar mit Mann und Kind in jenem grauenvollen Kaff an der Grenze, das jetzt &lt;a href=&quot;http://wortschnittchen.blogger.de/&quot;&gt;Frau Wortschnittchen&lt;/a&gt; unsicher macht, aber damals wie heute ist es nach Berlin ein Katzensprung. Wir waren häufig da, weil viele unserer Freunde dort wohnten. Eigentlich für die Frauen meines Studienjahres war ein paramilitärischer Lageraufenthalt vorgesehen (hieß das Sanitätslager?), ich hätte das als Mutter in Berlin absolvieren müssen, aber wir hörten schon zu Anfang des Sommers, daß diese Veranstaltung abgesagt sei, (offiziell wurde so getan, als wäre es selbstverständlich, daß es nicht stattfand, nach dem Motto: War was?). Es hätte zu viel Gelegenheit zu politischen Diskussionen gegeben und die Studentinnen der Schauspielschule &quot;Ernst Busch&quot; seien da unrühmlich vorangegangen, hieß es hinter vorgehaltener Hand. Dann gab es wieder Gerüchte, die Lager wären freizuhalten für den Fall politischer Unruhen, damit es genügend Internierungsmöglichkeiten gäbe.&lt;br /&gt;
Das ganze Land hing in der Luft. Honecker war krank und es hieß immer mal, es sei Nieren- oder Leberkrebs, der käme nicht wieder. Nur wer käme dann? Wer intrigierte schon in der Altmännerriege? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr vorher lautete der Spruch unter den Frauen des Prenzlauer Bergs: &quot;Kaum lernst du einen kennen, ist er schon im Westen.&quot; Denn alle coolen Typen des Viertels, die zu haben waren, hatten einen Ausreiseantrag laufen. Im Sommer 89 dann fuhren die Leute in Urlaub und kamen nicht wieder, denn Ungarn hatte die Grenzsicherungen abgebaut. Meine Kommilitonen besorgten sich Wohnungen, indem sie sie einfach aufbrachen und die Klamotten, die sie nicht brauchten, in den Sperrmüllcontainer warfen.&lt;br /&gt;
Es hieß, in Dresden würden morgens manchmal die Geschäfte nicht öffnen, weil kein Personal mehr da war und es gäbe Probleme bei der medizinischen Versorgung. &lt;br /&gt;
Plötzlich waren begehrte Jobs zu haben. Meine Freundin begann beim DDR-Fernsehen zu arbeiten und war einszweifix von der Absperrerin zur Setaufnahmeleiterin avanciert. Es fehlte Personal, hieß es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hieß es, hieß es... Die Informationslage war absolut schizophren. Hier die Gerüchte über die Bürgerrechtsbewegung, zu deren inneren Kreis weder ich noch meine Freunde gehörten. Dann Gerüchte über Ereignisse und die Lage im Lande, die wirklich desolat schien, vor allem in Sachsen. Da das Westfernsehen, das sich vorwiegend mit den Flüchtlingszahlen beschäftigte und kaum in der Lage war, authentische Berichterstattung aus dem Inneren der DDR zu liefern. Dort das DDR-Fernsehen, das im Hinblick auf Politik eine absurde Kabarettveranstaltung war und die den üblichen politischen Schwachsinn druckenden Tageszeitungen. Die Wochenzeitung &quot;Wochenpost&quot; und der &quot;Sonntag&quot; wurden sehnlichst erwartet. Dort schrieben Leute wie Christoph Dieckmann und Monika Maron Sätze, die heute in ihrer Vorsicht zahnlos wirken, die aber damals als &quot;heiß&quot; galten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An einer der Wände der Ausstellung hing ein Faksimile des &quot;Neuen Deutschland&quot; vom 12. oder 21. (?) September. Der berühmte Artikel: &quot;So werden BRD-Bürger gemacht&quot; - die Story mit der Mentholzigarettenentführung. Ich stand in der Erinnerung wieder mit meinen Kommilitonen im Seminarraum unter dem Dach der Universitätsstraße 6. Die Zeitung lag auf dem Tisch, irgendeiner der Genossen hatte sie mitgebracht. Jeder las und lachte. Die Stimmung war hysterisch. &lt;i&gt;Das ist ja schlimmer als die Bildzeitung!&lt;/i&gt; rief ich wütend, der Dozent, der gerade hereinkam sah mich mit großen Augen erstaunt an*, schwieg aber. Wir waren uns einig, daß diese Verarsche ihnen selbst die strammen Genossen nicht mehr abkaufen würden.&lt;br /&gt;
Eine Tafel über die Demonstrationen in der Stadt am 6. Oktober. Ich hatte damals eine Aufführung im Deutschen Theater besucht und war danach sofort mit dem Zug in das Kaff an Grenze gefahren. Meine Wohnung in der Kopenhagener Straße suchte ich nicht mehr auf. Da wäre ich dann mittendrin gewesen, denn der Weg in meine Studentenbude wäre an der Gethsemane-Kirche vorbei gegangen.&lt;br /&gt;
Das, was heute Berlin-Mitte ist, kochte. Jede Menge junge Arbeiter aus dem ganzen Land waren im Blauhemd unterwegs. Sie kamen vom Fackelzug zu Ehren des 40. Geburtstages der DDR und hatten sich vor Wut und Ärger betrunken. Vor Stunden hatte man noch für sie das ganze U-Bahnnetz lahmgelegt und sie mit Sonderzügen an ihren Bestimmungsort gefahren, damit sie ja nicht auf die Idee kamen, sich zu verpissen. Jetzt waren sie sich selbst überlassen, denn die Staatsmacht knüppelte derweil Demonstranten im Prenzlauer Berg zusammen.&lt;br /&gt;
Ich saß mit 20 oder 30 von den Jungs im Zug nach Hause. Nach und nach stiegen sie aus. In der Stadt mit der Gießerei und dem Reifenwerk, auf den Dörfern... Vorher zündeten sie noch eine DDR-Flagge an und schmissen sie aus dem Zug. &lt;br /&gt;
Ich war starr vor Angst. Bisher kannte ich nur brennende amerikanische Flaggen. Ich dachte an &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Blutige_Erdbeeren&quot;&gt;&quot;Blutige Erdbeeren&quot;&lt;/a&gt;. Ich wollte nach Hause zu meinem Mann und meinem Kind. Ich wollte in keine blöde Aktion hineingeraten, die mir ein paar Tage Stasiknast bescherte. Und noch weniger wollte ich vor der Stasi eine Zeugenaussage machen müssen: &quot;Ihnen ist ihr Studienplatz doch lieb? Was haben Sie gesehen? Wer war es? Helfen Sie uns doch, Sie gehören doch zu uns!&quot;&lt;br /&gt;
Von diesem Tag an wußten wir, daß der seltsame Hängezustand aufgehört hatte. Entweder kamen morgen oder übermorgen die russischen Panzer oder DDR-Bürger schossen auf DDR-Bürger oder...? Die Lösung war politisch. In den Chefetagen des Staates wurden nun die Intrigen offen ausgetragen. Honecker wurde entsorgt und der Rest des Politbüros versuchte sich mit dem Wort &quot;Wende&quot; einzuschleimen. Krenz nahm die Macht, weil wahrscheinlich alle anderen gesagt hatten: &quot;Mach du doch den Scheiß, du Streber.&quot; Doch bald, mit dem Fall der Mauer, passierte Geschichte. Es ist immer wieder atemberaubend zu erleben, wie sich innerhalb weniger Tage eine Epoche vollendet, der 11. September hinterließ in mir ein ähnliches Gefühl.&lt;br /&gt;
Die Tafel daneben zeigte ein Foto von einer  Studentendemonstration an der Humboldt-Uni. &lt;i&gt;Da habe ich eine Rede gehalten!&lt;/i&gt; Die Rede war Schwachsinn. Es ging um einen reformierten Jugendverband. Immerhin hörten mir 800 Leute zu und die Videoaufzeichnungsanlage der Stasi. Hinterher sprach mich ein Typ an, ob wir nicht zusammen eine Organisation gründen wollten, ich winkte ab. &lt;br /&gt;
Der Beginn dieser Demonstration, die keine richtige Demonstration, sondern eine riesige Versammlung war, war kafkaesk. Sämtliche Studenten der Kulturwissenschaften verabredeten sich in einem großen Saal in der Clara-Zetkin-Straße (heute wieder Charlottenstr.). Vorher wurden wir schon von einzelnen Dozenten bearbeitet, wir sollten auf keinen Fall hingehen. Als wir uns alle pünktlich einfanden, hieß es plötzlich von einem der Prorektoren, daß wir den Raum verlassen müßten, da er für 800 Leute statisch nicht zugelassen sei. (Lächerlich! Die Mauern waren meterdick, das Gebäude hatte schließlich auch den Krieg überstanden.) Wir sollten ins Audimax im Hauptgebäude gehen. Auf diesen 200 Metern die Charlottenstraße entlang dachte jeder von uns: ok., gleich knallts, gleich holen sie uns ab. Ich kann mich nicht erinnern, daß irgendjemand gesprochen hat, diese Menschenmasse ging schweigend. Unsere Mitstudenten von der Fakultät Krimininalistik standen ebenso schweigend am Straßenrand Spalier und überwachten dann auch die Versammlung. Von uns hatte die keiner bestellt.&lt;br /&gt;
Dann die Fotos von der Demonstration auf dem Alexanderplatz am 4. November. Irgendwo mittendrin hatte auch ich gestanden...&lt;br /&gt;
Am Abend vorher feierte mein Großvater seinen 75. Geburtstag. Mit von der Partie waren die alten &quot;Genossinn und Genossnn&quot;. Honeckers pensionierter Sicherheitschef, zwei Stasioberste, ein paar pensionierte Generäle. Der Justizminister hatte wohl zu tun, ich kann mich nicht erinnern, daß er da war. Die alten Männer redeten über die geplante Demonstration. Grundton: Alles Verbrecher und undankbare intellektuelle Spinner die &quot;wir&quot; (wie hasse ich dieses Wort!) viel zu gut behandelt haben.&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Äh... ich gehe da auch hin...&lt;/i&gt;, sagte ich irgendwann in die Runde. Dann ging es los. Ob ich wahnsinnig geworden sei? Da wären nur vom Westen gesteuerte Provokateure unterwegs, alles CIA-Agenten, die die Aufgabe hätten, das Volk dazu zu bewegen, in Richtung Mauer weiterzumarschieren, um die Mauer zu durchbrechen. (Mauerdurchbruch! Wie absurd erschien mir der Gedanke sechs Tage vor dem Tag Null der deutschen Zeitrechnung!) Ich solle mich nicht wundern, wenn ich im Knast lande. Da würde mich dann keiner der Anwesenden bevorzugt rausholen, ich solle sehen, wo ich bliebe... &lt;br /&gt;
Sie schüttelten den Kopf darüber, das das &quot;Mädele&quot; seinem geliebten Großvater solche Sorgen macht...&lt;br /&gt;
Als ich am nächsten Tag bei meinen Großeltern anrief, daß ich zurückkäme und alles friedlich und ok. sei, war meine euphorische Mutter am Telefon: &quot;Ja, das Fernsehen überträgt alles! Das ist ja so was von toll und lustig!&quot;&lt;br /&gt;
Wenn es im DDR-Fernsehen läuft, dann ist alles wieder im Weltbild...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so stand ich am 22. August 2009 auf dem Alexanderplatz. Vor mir die Bilder des letzten großen Karnevals eines verschollenen Volkes und ich heulte wie ein Schloßhund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Ich erfuhr erst viele Jahre später, daß ich unter den Dozenten als der dritte Stasispitzel meines Studienjahres (15 Leute) gehandelt wurde. Ich hatte mir meinen Studienplatz auf ungewöhnliche Art und Weise von oben, aus der Chefetage, erkämpft. Der Dozent mit dem erschrockenen Blick soll übrigens IM gewesen sein (sagte man mir, ich habe meine Akte nicht gelesen, ich will nicht noch das letzte Stück Urvertrauen verlieren). Was nichts heißt. Sie haben vor allem die weichen, konfliktscheuen, aber ehrgeizigen Leute gekriegt. Er war, obwohl nur 5 oder 6 Jahre älter als ich, mein bester Lehrer. Und er ist auch jetzt ein hervorragender Professor, aber nicht in Deutschland.</description>
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  <item rdf:about="http://kittykoma.twoday.net/stories/auch-20-jahre-i/">
    <title>Auch 20 Jahre I</title>
    <link>http://kittykoma.twoday.net/stories/auch-20-jahre-i/</link>
    <description>Der Herr Lucky schreibt heute sehr schön über &lt;a href=&quot;http://luckystrike.twoday.net/stories/5892587/&quot;&gt;seine&lt;/a&gt; 20 Jahre Berlin.&lt;br /&gt;
Auch mich sprang heute ein 20jähriges Jubiläum an, obwohl 1989 ein viel referiertes Jahr ist, es traf mich aus dem Hinterhalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der heutige Tag begann mit einer Radirrfahrt nach Mitte, wegen der für den Marathon abgesperrten Straßen. Auf der Liste standen Kaffee kaufen im &lt;a href=&quot;http://www.tip-berlin.de/essen-und-trinken/restaurants-und-bars/buscaglione&quot;&gt;Buscaglione&lt;/a&gt;, bei &lt;a href=&quot;http://www.camp4.de/&quot;&gt;Camp4&lt;/a&gt; nach einem Reiseführer für Maine suchen (die haben einfach das am besten bestückte Wanderführerregal in Berlin) und bei Saturn und Media Markt nach einem Netbook schauen. Was bedeutet: Alexanderplatz. Nicht wegen der Schönheit der Gegend, sondern wegen der obszönen Größe dieser Geschäfte an jenem Ort.&lt;br /&gt;
Vor dem Eingang zu Saturn fiel mir &lt;a href=&quot;http://www.revolution89.de/&quot;&gt;diese&lt;/a&gt; Ausstellung auf. Wie es so ist in Berlin, man hört etwas, sagt: Mensch, da könnte man ja mal hingehen und tut es dann doch nicht. Und da HeMan sehr gern klagt, daß das Leben, respektive die wichtigen Ereignisse in Berlin an ihm vorbeirauschen, nagelte ich ihn fest: Wenn wir schon einmal hier sind, dann sehen wir uns das jetzt an. Das Wetter ist gut, es gibt keine Termine zu halten und wann verschlägt es uns noch einmal hierher?&lt;br /&gt;
Ich hatte etwas im Stil des Museums am &lt;a href=&quot;http://www.mauermuseum.de/&quot;&gt;Checkpoint Charlie&lt;/a&gt; erwartet, von dem Touristen ja immer wieder begeistert sind, was in mir aber das Vorurteil festsetzte, daß diese Ausstellung scheinbar eine Mischung aus &quot;Mme Tusssauds&quot; und &quot;Monstren, Mumien, Mutationen&quot; ist, mit seiner zerbröselnden &quot;letzten Kremlflagge&quot; an der Fassade - weshalb ich auch noch nie da war, obwohl dieses Museum das am stärksten frequentierte der Stadt sein soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schauwände jedoch, die am Alexanderplatz stehen, sind umfassend und realistisch in der Geschichtsschau, klar und übersichtlich gestaltet, knackig kurz betextet und mit Bildmaterial bestückt, das zwar nicht unbekannt, aber kaum gesehen ist.&lt;br /&gt;
Vor dem Foto &quot;Friedensgottesdienst in Dresden am 13. Februar&quot; blieb ich verdutzt stehen: &lt;i&gt;Da war ich dabei!&lt;/i&gt; - Irgendwie war ich damals mit meiner Freundin in Dresden und dort reingeraten, nichts Beabsichtigtes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie nicht, daß ich in diesem Staat in irgendeiner Weise etwas renitentes, widerständlerisches oder ungesetzliches getan habe. Ich bin - wie so viele - in die Nische ausgewichen, habe am Theater gearbeitet und Theaterwissenschaft studiert. Faxenmacher waren in diesem Staat ohnehin unter sich. Der Mikrokosmos Theater war übersichtlich, gut zu kontrollieren und vom Volk eher gemieden. Ich wußte, daß ich es wahrscheinlich nicht mehr lange in dem kleinen engen Land aushalten würde, auch die libertinste Nische raubt einem irgendwann die Luft zum Atmen und die Lebenskraft. Aber ich wußte nicht, wie ich gehen sollte. Meine Familie hatte diesem Land alles zu verdanken: Gesellschaftliches Ansehen, Position, hohe Bildung, gutes Einkommen, hervorragende Berufschancen. In zwei Generationen von bitter armen Arbeitern zu gut verdienenden Akademikern in leitender Position, das macht dankbar und verpflichtet. - Das auch im wörtlichen Sinne, wußte ich doch, daß die Ausreise der Tochter eines hohen Funktionärs einige Jahre zuvor die gesamte Familie ins gesellschaftliche und berufliche Aus stürzte. Gegen die Gerüchte, daß die Tochter und ihr Mann BND-Agenten waren, denen der Boden unter den Füßen zu heiß wurde, konnte sich keiner wehren.&lt;br /&gt;
Ich erwog im Sommer 1989 sogar noch den Eintritt in die SED, um daran zu arbeiten, die Partei von innen zu reformieren, wie es die jungen Leute an der Fakultät Marxismus-Leninismus taten, die der Partei während Honeckers Krankheit ein Thesenpapier zu Reform des Staates vorgelegt hatten. (Ich finde komischerweise dazu keinen Link im Netz und damals hatte ich das alles nur gerüchtehalber gehört, denn mit den M/L-Leuten hatte ich an der Uni nichts zu tun, da ich die zwei Stunden wöchentlichen Unterricht mit einer Ausrede schwänzte.) Eine ehemalige Kollegin, die damals etwas Parteikarriere gemacht hatte, riet mir aber strikt davon ab. So blieb ich bei der Aussicht, irgendwann einen netten Dramaturgenjob zu machen und mit Mann (der damals Kurator einer recht bedeutenden Kunstsammlung in der Provinz geworden war) und Kind das billigst erstandene Bauernhaus in der Uckermark oder Prignitz zum Sommerwohnsitz herzurichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zurück zur Ausstellung. Ein paar Meter weiter plötzlich die selbstgebundenen Bücher und Hefte mit den Linoldrucken auf dem Titel, die wir uns weitergereicht hatten. Und dann: &lt;i&gt;He, die Frau, deren Auftritt auf dem Plakat von Judys Galerie* angekündigt ist, die kenne ich. Die hat mich vor ein paar Wochen angemailt, hab ich dir doch erzählt ... Hat gefragt, ob ich nicht was für sie tun kann ... die sieht immer noch genauso aus, wie auf dem Farbdruck.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
Dann die Abbildung des Plakates mit dem Luxemburg-Zitat: &quot;Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden&quot;. Eine Mitschülerin und ein Kollege verschwanden dafür im Knast und wurden später abgeschoben.&lt;br /&gt;
Ich ging weiter...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Beides die gleiche Person. Heute der Kunsthändler Lybke, der die millionenschwere Leipziger Schule vertritt. Damals der verrückte Judy, der in Leipzig eine illegale Galerie betrieb und Performances veranstaltete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;small&gt;Fortsetzung folgt&lt;/small&gt;</description>
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    <title>Suchanfrage: bin zimmermann und habe höhenangst</title>
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    <description>Sehr geehrter Herr Jens Christiansen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
da sie lt. ärztlichem Attest nicht mehr in der Lage sind, ihren Beruf auszuüben und somit dem Arbeitsmarkt in der Kategorie Bauberufe: Zimmermann/frau nicht mehr zu Verfügung stehen, beginnen Sie am &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24.12. 2009&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Umschulungsmaßnahme &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Heiland&lt;/b&gt;*.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bitte melden Sie sich bei Herrn Johannsen, er wird alle erforderlichen Maßnahmen in die Wege leiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit freundlichen Grüßen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maria Josephson&lt;br /&gt;
Arbeitsagentur Zenith&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*die Sonderausbildungsmaßnahme umfaßt die Fächer Predigen, Erwecken, Wandeln und Umwandeln. Bitte bringen Sie ausreichend Bettlaken und Sandalen mit.</description>
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    <title>Game-Programmierer gesucht</title>
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    <description>Wer kennt einen, der noch keinen 16-Stunden-Tag hat bzw. sich in Goldbarren bezahlen läßt?&lt;br /&gt;
Das Konzept existiert, das Marketing hat Fachleute, die Ausführung braucht Beteiligung.</description>
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