28
Mrz
2008

Der Preis der Freiheit

Bei den ganzen Eva-H.-Diskussionen habe ich immer mal eingeworfen, daß mir zwar die Haltung der Frau piefig und vorvorgestrig erscheint, das Thema aber heiß ist.
Ich stolpere in der letzten Zeit immer wieder über Fakten, nach deren Begutachtung ich das Gefühl habe, eine soziale Veränderung tut not. Sicher wird es sich um nichts so Revolutionäres wie sozialen Konsequenzen von 68 handeln, die momentan in jeder Zeitschrift auf die Person des barbrüstigen Fräulein Obermeier oder des spiddeligen, nur kopfbehaarten Langhans-Bürschchens und die Legenden von "Jeder mit Jeder" reduziert werden.
Ich habe das Gefühl, unsere sozialen Verhältnisse und ihre Konsequenzen müssen in unseren moralischen Vorstellungen und dem daraus folgenden Handeln ankommen.
Die einzige soziale Moral ist derzeit, daß es keine Moral gibt. Es gibt zwar eine kritische Bewegung, die sich mit unserem Umgang mit der Umwelt und ihren Ressourcen auseinandersetzt, zum Teil werden moralische Fragen zu Managermoral gestellt (das scheint jetzt sogar in den Chefetagen anzukommen).

27
Mrz
2008

Wußt ichs doch

Ich habe eine ganze Weile überlegt, ob ich es lesen soll.
Aber die Verfasserin war mir einfach zu pseudohip. Pseudo, weil ich es doch etwas schwach fand, daß Karriere der Dame so recht in Gang kam, als sie mit ihrem Chef liiert war und auch später der Ehemann als ihr Produzent in Erscheinung trat.*
Dann war da noch was anderes: ich hatte eine Schulfreundin, die so ähnlich aussah und die roch nasenbetäubend, nach Katze, Achselschweiß, Mumudunst und drübergepantschtem Deo aus dem Intershop, Impuls oder so, später trug sie weißen Reif von ökoligisch korrektem Deostein unter den Achseln. Nachdem ich das las, wußte ich, das Buch kann ich mir sparen. Das habe ich damals schon alles an dieser Freundin gerochen, die ebenfalls eine Berufsprovokantin war und unbedingt berühmt werden wollte. Sie hat es nur leider nicht geschafft.

*Was ich auch der Schauspielerin P. übelnahm, die so ziemlich alles an Regisseuren mitnahm, was karrieretauglich erschien und letztlich in Hollywood sogar mit Frodo anbändelte...

Ich möchte bitte

20 Grad, Sonnenschein, Knospenknall und Vogelsang!
ZACKZACK, lieber Gott!

25
Mrz
2008

Irgendeine Idee?

So gegen Mitte April muß ich mal raus aus meiner Halle. Ein teurer Urlaub ist leider derzeit nicht drin, ich habe meine Saure-Gurken-Zeit. Und All Inclusive im Sonderangebot mit diversen Rednecks muß nicht sein.
Es darf sein:
-einsam und abgelegen, ich möchte mir niemandem reden müssen
-primitiv, aber zumindest Stromanschluß und mit Kanonenofen heizbar
-wenn Schlechtwettergebiet, dann räumlich mehr als Stuhl und Bett
-wenn Ausland, dann in Internetreichweite, für Deutschland habe ich eine UMTS-Flat
-kein Funkloch
-preiswert
Und wenn es gehobeneres Niveau hat, könnte ich im Gegenzug ein Berliner Loft anbieten...

PS. Es ist Rügen geworden, ein kuschelkleines Zimmer im Wald. Ibiza wäre schön gewesen, nur da hätte ich bei meinen derzeitigen Finanzverhältnissen selber fliegen müssen

Kalte Eier

Nee, mir war nicht nach Ostern zumute. Eigentlich hätten wir die Tage in ein spätes Weihnachten umwidmen können, das hätte vom Wetter her eher gepaßt.
HeMan hatte Besuch, sein Patenkind kam mit ihrem Mann. Beide jung, schön, erfolgreich, aber sehr geerdet und zur Generation "bekennende Spießer" gehörig. Was heißt: Familie und Karriere, Wertebewußtsein und soziales Engagement sind wieder modern. Ich habe mich mitunter komisch gefühlt, wenn ich als alte Gegenstromschwimmerin neben diesen Menschen saß. Ein bißchen Neid war dabei, weil man sich das Leben auch leichter machen kann und damit Energie in produktive Dinge steckt. Und ein bißchen Befremden über den Welpencharme der beiden kam dazu, weil sie selbst mit 30 noch völlig unverletzt wirkten, wie grade bei Mami aus dem Bauch gepurzelt. Da gab es noch keine Enttäuschungen, keine Mauern, gegen die vergebens angerannt wurde, kein Liebesverlust, keine Resignation, keine Trauer.
Mein Kind ist mir lieber, kritisch und kindlich und kratzbürstig. "Möchte ja auch sein!" wird sie wahrscheinlich an dieser Stelle sagen.
Ich habe "Rent a Ossi" gespielt und den beiden die Mauer erklärt und den Prenzlauer Berg von früher und so. Selbst meine Wohnungsbesetzerstories habe ich rausgekramt: "Juten Tach! Ick bin die neue Mieterin, wir tauschen hier gleich ma dit Schloß aus, sind unsichere Zeiten heutzutare!". Aber selbst Angie M. war ja in Wendezeiten Besetzerin...
Zum Dank dafür wurde ich dann Ersatzmama genannt. Die richtige Mama/Schwiegermutter rief nämlich alle zwei Stunden an, weil sie ihr erstes Osterfest ohne Kind verbrachte. Und um die Welt heile zu halten, hab ich sie zur Lichtmesse nach St. Michael geschleppt. Was wirklich schön war. Die Osterkerze ging im Schneesturm aus, die Glut vom Osterfeuer wehte ständig auf eine alte Nonne, die aber nicht wankte und nicht wich und alle standen mit Mag-Lites draußen rum, weil die Kerzen sofort wieder ausgingen.
Die Gemeinde ist ja sehr klein, ein paar Polen, ein paar alte Schlesierinnen, ein paar reuige Stasi-Leute. Während in St. Hedwig der Kardinal steppte, hat der Monsignore wieder eine gute Predigt gehalten, wie immer völlig frei. (ich erinnere mich an ein Pfingsten, als er die Story erzählte: fragt mich doch ein Kollege, ob ich wirklich noch Bock auf den Job habe und ich mußte lange nachdenken...). Der Chor bestand aus sechs ziemlich schrägen Leuten, die aber sangen wie die Engelchen und der Kantor verlor gleich am Anfang ein Brillenglas und mußte es erst wieder mühselig im Licht einer Mag-Lite reinbasteln, was alles ein bißchen verzögerte. Und es gab das volle Programm. Fünf oder sechs Lesungen, bei den Liedern jeweils alle Strophen (was die Patenkinder zu der Aussage veranlaßte, daß spätestens da die Düsseldorfer Gemeinde gemeutert hätte) und aufstehen-setzen-hinknien, zackzack, wir sind hier in Preußen. Als wir aus der Kirche schlenderten, haute der Kantor dann mal richtig in die Orgel und spielte irgendein sehr modernes Stück. Ich stellte ihn mir da oben vor, wie Dr. Fu Manchu, wenn der von der Weltherrschaft träumt.
Und sonst Kneipen, Kneipen, Kneipen. Safran, Café Jaques, Schwarzes Café, Henne, Würgeengel, Il due Forni, Scotch & Sofa. Und gekocht. Ossobuco mit Safranrisotto. Dazu Feldsalat mit Sauce Brigitte. Umpf. Dicke Augen, dicker Bauch.
Am Montag ein Osterspaziergang durch dieses komische kleine Dörfchen nördlich von Tegel. Mal so richtig durch den Matsch waten und Pferde streicheln.
KKM jeden Tag besucht, weil alle anderen im Urlaub waren. Mal war sie fit, mal sah sie aus, wie kurz vorm Sterben. Ihr Blumen gebracht und ihr die kalten Hände gewärmt. Mit 6stündiger Verzögerung nachts in Tränen ausgebrochen. Und einmal hat das Kind geschafft, sie zum Lachen zu bringen.
Und - Achtung, schneller Themenwechsel - am iPhone erfreut. Ich hätte nie gedacht, daß mich Technik so positiv überraschen kann. Alles funktioniert auf Anhieb und selbsterklärend. Ich habe ein Mal das Manual konsultieren müssen, weil ich nicht wußte, wo ich das Paßwort für den Mailaccount eingeben muß. Und selbst mit meinem Bluetooth im Auto gibt es keine Probleme. (Das SonyEricsson hat die Freisprechanlage ständig zum Absturz gebracht.) Schön. Wirklich schön.

19
Mrz
2008

JAAAAA!

Eineinhalb Stunden (incl. Einlesen und Einarbeiten in die unlock-Software) und das iPhone mag auch mit meiner D2-Karte!

Kampf der Titanen

Grade eben habe ich mein neuangekommenes iPhone mit dem der Kamera meines lieben, treuen SonyEricsson fotografiert.
Als ich das Foto herunterladen will, um es hier zu veröffentlichen, ist die Flash-Karte kaputt.
Fazit:
Es kann nur einen geben...

17
Mrz
2008

Nee, ne?

Es war also der Bruder von Ivan Rebroff. Und dafür muß sich frau nun von Softie-Männern Zitate aus dem Buch anhören.

14
Mrz
2008

T.G.I.F.

und ick sitze noch uff Arbeet. Der Kerl treibt sich in Wessiland rum und ich kann mal richtig ackern.
Hab dafür auch meine liebste Jogginghose und ein altes, gut eingetragenes T-Shirt an.

Ach du Scheiße!

Grade meinen schwarzen Lieblingsrock und meine teuerste Jeans (die für gut!) mit 60 Grad gewaschen. Weil der normale Waschgang bei Miele mit 60 Grad beginnt. Mist! Das ist mir schon zum zweiten Mal passiert!

13
Mrz
2008

Wer aufm Klo liest...

Sagt mir bitte, daß das ein Witz ist!

11
Mrz
2008

Der Herr Hund oder Holt mal bitte jemand nen Jäger?

Die älteste der Sekretärinnen hat nun einen Hund. Es ist ein brauner, etwas altmodischer Terrier, ein ziemlich nettes Viech. Am Wochenende begab es sich, daß wir uns wieder einmal sahen. Spazierengehen mit Hund ist allemal amüsanter, als mit ihr Essen zu gehen ("holt ihr mich ab? ist das teuer! nee, sushi ess ich nicht, schweinefleisch auch nicht. was, ich hab wirklich grade schweinefleisch gegessen? mensch ist das teuer! setzt ihr mich zu hause ab? etc. pp.") und eine Chilli con Carne-Drohung Marke Maggifuk war auch grade wieder knapp an uns vorbeigeschrammt.
Der Tag begann mit der Ansage, daß sie diesmal nicht an den Schlachtensee wolle, weil es da so voll sei, sondern nach Heiligensee. Da ich fürs Kartenlesen zuständig bin und noch ein Freudespaar mit Kind dazudirigieren sollte, fragte ich dreimal nach, wo wir denn da genau hingehen wollen. Die Antwort war: Weiß ich auch nicht, ich war noch nie da, ihr nehmt mich doch mit.
HeMan kriegte das Jammern: Auto grade frisch geputzt und ausgesaugt und Leder poliert!, aber er kriegte sich ebenso schnell wieder ein, weil ich ihn immer damit aufziehe, daß er sich den Kombi schließlich vor Zeiten für eine noch kennenzulernende Frau mit Kind angeschafft hatte.
Das Hundchen sprang ins Auto, legte sich brav hin und machte keine Probleme und wir fuhren sicherheitshalber doch zur Revierförsterei am Tegeler See, weil da zumindest der Stadtplan freie Flächen versprach.
Kaum hatten wir den Wagen geparkt und der Hund war Richtung See gestürmt, ging das Geknötter los. "Hier am Wasser kann man ja garnicht laufen! Da sind zu viele andere unterwegs!" In der Tat, eine alte Dame kam schütternden Lenkers dahergeradelt und schimpfte über unangeleinte Hunde. Wir liefen Richtung Wald und mußten an einem Tiergehege vorbei. "Das geht ja garnicht. Da kriegt der Hund nen Föhn, der rastet aus, wenn ein Wildschwein vor ihm steht!" Dem Hund waren die Schweine aber reichlich egal.
Dafür stieß sich seine Sorgeberechtigte am dem Hinweisschild, daß Hunde im Wald an der Leine zu führen wären. "Na da muß ich den Hund eben an die Leine nehmen, nutzt ja nichts! Ich richte mich ja gern nach euch, wenn ihr hier laufen wollt..." (Mal abgesehen davon, daß dem kleinen Kerlchen eh noch etwas Erziehung und Körperkraft fehlt und er ohnehin kaum frei und ausdauernd losrennen kann.) Mein Vorschlag, das Verbot zu ignorieren löste einen Sermon aus über schießende Jäger, die keine Gnade mit armen Haustieren kennen würden. Ich wies sie darauf hin, daß ein Jäger kaum an einem sonnigen Sonntag nachmittag in der Gegend rumballern würde, weil die Wahrscheinlichkeit zu hoch wäre, einen Spaziergänger zu erlegen.
Aber das Thema hatte schon wieder gewechselt. Das fünfjährige Mädchen war natürlich sehr an dem Hundchen interessiert und blieb immer in seiner Nähe. Grund für den Kommentar: "Jaja, jetzt hab ich nicht nur den Hund sondern auch noch das Kind an der Backe und ihr könnt euch alle prima unterhalten! Aber ich machs ja gerne!"
Die gesamte Zeit schwelte ohnehin das Problem: "Wo krieg ich was zu essen her?" Die Frau stieg aus dem Auto und verkündete, sie habe Hunger, schließlich sei sie doch schon so früh mit dem Hund aufgestanden. Das nahe französische Restaurant war ihr zu teuer. "Nee, da ess ich lieber nichts! Ich wußte ja nicht, daß es hier nichts gibt. Und der Hund kostet so viel, ich bin völlig blank!" Zur Würstelbude an der Borsigvilla war es ihr zu weit, der Hund könne schließlich nicht ewig laufen und so landeten wir nach nicht mal einer halben Stunde Fußmarsch doch im sündteuren französischen Restaurant und sie orderte einen Eisbecher. Als es ans Bezahlen ging, wartete sie die Rechnung nicht ab, sondern - der Hund, jaja - ging schon mal raus und reichte HeMan mit "Das wird ja wohl reichen!" einen Schein rüber. Es reichte knapp.
Auf dem Rückweg machten wir Station bei den Leuten mit dem Kind, zum Zwecke des Auseinanderschraubens eines Regals, also die Männer natürlich. Eine längere Kopfsteinpflasterstrecke wurde unterhaltsam. "Kotz jetzt bloß nicht in den Kofferraum! Wir dürfen sonst nie wieder mitfahren!" Eine Minute später: "Oh Gott, mir ist schlecht! Was ist eigentlich, wenn ich kotzen muß?"
Ich, die ich mich schon die ganze Zeit in autogenem Training erging, damit ich nicht den Jäger ordere, damit endlich Ruhe ist (Oder einen Mann, damit die Frau endlich mal wieder Sex hat.), werde das erste und einzige Mal laut und bestimmt: "Du sagst einfach rechtzeitig vorher Bescheid und HeMan fährt ran!"
Im Haus der Freund angekommen, schnappe ich mir dann die nächstbeste Sofaecke und penne ein.
Auf dem Rückweg, nachdem Frau und Hund abgesetzt waren ("Jetzt müssen wir aber los, ich muß um halb sechs zu Hause sein, sonst komme ich mit den Futterzeiten durcheinander."), meinet HeMan ganz vorsichtig zu mir: "Also irgendwie muß ich das nicht oft haben. Das wird ja immer anstrengender." OH JA!

Ach Douglas!

Die Antwort ist noch immer 42, auch nach 30 Jahren...
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Deshalb. Letzter Abschnitt.
Deshalb. Letzter Abschnitt.
kittykoma - 7. Nov, 23:29
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cabman - 7. Nov, 21:33
Es ist vollbracht
Kitty und ihr Tagebuch sind wieder an die alte Adresse...
Kitty (importiert durch kittykoma) - 18. Okt, 16:03
wieder einmal bestätigt...
wieder einmal bestätigt sich, dass sport eben doch...
Huehnerschreck - 6. Apr, 10:21
Einmal im Jahr
muß sein. 2007: angebrochene Rippe im Wanderurlaub. 2008:...
kittykoma - 4. Apr, 20:44
Ich will auch einen Staubsauger...
Ich will auch einen Staubsauger mit dem die Hausarbeit...
Steffi (Gast) - 8. Mai, 06:45
Saure Eier
Bei uns gehen Saure Eier etwas anders. Mit Butter in...
Schwaka (Gast) - 17. Feb, 14:20
another feuchtgebiet...
spätpubertäre literaturwunderkinder - siehe...
kittykoma - 6. Feb, 13:43

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