27
Mai
2008

IchauchIchauchIchauch

Da der Herr Glam und der Herr Lucky über ihre außerordentlich schönen Balköne berichteten, sehe ich mich auch zu einem Blumenpost genötigt. Auf meinem Balkon stehen aber noch die vertrockneten Stauden vom Winter und der Bambus hat auch schon einmal bessere Tage gesehen.
Dafür ziert meine Wohnung seit heute morgen das
rose
HeMans altenglische Rosen blühen in voller Pracht und sie duften unglaublich...

Finessen der Wortwahl

Die Gardinen, wir erinnern uns.
Ich stehe ganz oben auf der Leiter und habe den schönen Dederonschtor* (O-Ton Omma) in der Hand. Um die Nupsis am Vorhang in die Gardinenschiene miepeln zu können, muß ich das Ende nach unten fallen lassen. Auf dem Fensterbrett stehen aber jede Menge Blumentöpfe, die Kind und Mutter wegräumen müßten, sonst gibts ein Desaster.
Könnt ihr mal die..., die... Mir fällt das Wort nicht ein. die ... Ah ja, es fing mit K an! die Kacktüten wegräumen?
Volltreffer.
kacktueten

*ältere Menschen erinnern sich vielleicht, daß Nylon in der größten DDR der Welt Dederon hieß...

26
Mai
2008

Dialoge 6

Wir gehen über die Kreuzung vom Auto zur Haustür.

Er: Mein Gott, seit einem Jahr bauen die an der ausgebrannten Wohnung, als würden sie das ganze Haus ausbauen.
Wir stehen am Straßenrand. Es ist rot für Fußgänger.
Ich: Ja, das ist aber nicht nur die ausgebrannte Wohnung. Letzte Woche habe ich ...
Er geht schräg über die Straße, die Autos sind gerade im Wegfahren und läßt mich mitten im Satz stehen.

24
Mai
2008

Gestern abend

Münzsalon. Eine Vor-Hochzeitsgesellschaft lernt sich kennen. Leipzig meets Aschaffenburg meets Medienbranche. Einer der Servicemenschen trägt ein modisches Hütchen. Pete-Doherty-like, aber knatschgrün, mit gelber Kordel. Ein alter Herr aus Aschaffenburg, winkt ihn heran:

Haben sie mal einen Moment Zeit?
Nö.
Ich wollte sie nur was fragen.
Machense.
Sind sie der Hausmeister?
Hä?
Sie machen immer die Tür auf, wenns klingelt.
Na und?
Und sie tragen so einen Hut.

Wortloser Abgang des hippen Berlin-Mitte-Typen.
Brüllendes Gelächter im Auditorium.

23
Mai
2008

Prokrastination für Fortgeschrittene

Immer mal wieder überkommt mich der Gedanke, daß ich morgens einfach nicht aufstehe, höchstens um alle Telefone endgültig zum Schweigen zu bringen. Daß ich mich ausschlafe, um dann in aller Ruhe in einem Straßencafé zu frühstücken, die Zeitung zu lesen und zu überlegen, was ich als nächstes tue.
Vielleicht auf eine Wiese legen und noch etwas schlafen. Oder lange in einem kühlen See schwimmen, bis mich die Haubentaucher für einen Wasservogel halten und knapp neben mir auftauchen. Dann durch eine Stadt flanieren, ohne Ziel. Etwas essen. Leicht und würzig, dazu Weißwein.
Dann ein kurzer Nachmittagsschlaf in einem kühlen Zimmer mit weißen Vorhängen. Vielleicht mit jemand zusammen, der warme, glatte Haut hat und gut riecht.
Und weiter reicht die Phantasie gar nicht. Nur für den Wunsch nach dem Befreiungsschlag: Keine Mails checken. Niemandem einen Rückruf versprechen. Nicht fassungslos vor Vergessenem stehen. Keine Bilanzen, keine Kontostände, keine Termine, keine toDo-Listen, keine Korrespondenzstapel.
Ich bin so müde, so müde.

Jetzt reichts

Nichts ist peinlicher für eine Frau, die mitten im Leben steht, als ständig Hormone zu haben.
Als würden vier Kilo östrogenbedingte Speck-Wasser-Mischung nicht reichen, die mir der Hormonkoller des letzten Vierteljahres gebracht hat.
Nein, jetzt stehe ich grade vor einem Migräneanfall. Dem ersten seit ungefähr fünf Jahren.
Lieber Gott, hast du eigentlich gepennt, als du damals dieses Weibchen aus mir gemacht hast? Hast du zufällig nach der falschen Seele gegriffen? Ich möchte bitte einen drahtigen Modellathletenkörper, den es maximal in den Muskelfasern zieht, weil gestern der Kampf mit dem Mammut eine Stunde zu lange dauerte.
Aber so wat, nee!

21
Mai
2008

Diese Studenten

Ich war der Meinung, daß es sich langsam herumgesprochen hat,. daß für Bewerbungen eine seriöse Mailadresse ganz sinnvoll ist.
Heute trudelten bei mir eine bibomaus und zwei as_twins ein...

20
Mai
2008

Gardinen

Die andere Oma (die für mich auch immer "die andere" hieß) lebt ja noch. Und das, obwohl sie seit 38 Jahren sterben will. Bei jeder Gelegenheit verteilt sie das Erbe, beschimpft das Leben, sich selbst und ihre langwierige Existenz auf Erden. Es ist immer wieder herzerfrischend, ihr zuzuhören.
Seit ich meine erste Wohnung mein eigen nannte, haben wir eine Diskussion über das Aussehen meiner Fenster. Ich hänge prinzipiell nur Gardinen vor die Scheiben, wenn mich Leute bei Intimitäten sehen könnten. Oma wird das wohl nie begreifen:
Sie: Mädel, du brauchst Gardinen.
Ich: Brauche ich nicht.
Sie: Aber das sieht doch aus wie bei den Russen. (in holländische Fenster konnten wir leider nicht sehen)
Ich: Mir doch egal.
Sie: Ich bezahl sie dir auch.
Ich: Das ist nicht nötig.
Sie: Aber ich schäme mich doch so!
Ich: Also, ich habe nichts zu verbergen.
An richtig guten Tagen sprang die Diskussion wieder auf den Anfang zurück.
Nun ist die gute Oma ins betreute Wohnen gezogen. Und meine Mutter drängelt (wir erinnern uns, sie kann auf keine Leiter mehr steigen), daß ich komme und mich um die Anpassung der Gardinen kümmere. Ich, um Gardinen. Hervorragende Idee.

Gibt es eigentlich

ein Standardwerk für den Umgang mit verschiedenen Menschentypen?
Also so:
Aufmerksamkeitshascher
Distanzlose
Nörgler und Destruktive
Dummsteller
Obwohl ich einem Menschenberuf habe, bin ich manchmal etwas hilflos...

Manchmal habe ich mir auch Rat aus der Hundeerziehung geholt, aber man kann sie ja nicht immer an der Leine gehen lassen ;)

19
Mai
2008

Forderungen an das Universum 2

Weg mit der Arbeitsbelastung!
Junge, knackige Masseure für alle Frauen über 40!
Sofortige Reduktion des Gewichts um eine Konfektionsgröße!

18
Mai
2008

Die Rechnung

Da ich zum Schlag der Selbständigen - also selbst und ständig - gehöre, kam das Geschäft bei mir in den letzten Tagen ein wenig zu kurz.
Ja, ich verstieg mich sogar so weit, daß ich am Tage der Beerdigung von KKM um drei Uhr nachmittags sagte: Heute gehe ich nicht mehr ans Telefon.
Als ich am Abend einen Blick in meine Nachrichten warf, wußte ich: Huston, wir haben ein Problem. An dem Tag, an dem ich meinen Vater beredete, bitte zur Beerdigung seiner Mutter zu erscheinen, hatte ich eine fast nebensächlich erscheinende Information nicht weitergegeben. Zwei Kunden hatten fröhlich vor sich hingeplant, ohne mich weiter zu involvieren und präsentierten mir am späten Freitag nachmittag ihre Timetables für Dienstag. Nichts weiter, als das einer meiner wichtigsten Klienten an diesem Tag im Elsaß und in Berlin sein mußte. Der drohende Schaden: einmal Produktionsstillstand und einmal der Verlust der Chance in einem großen, wichtigen Projekt dabei zu sein.
Den Samstag verbrachte ich damit, zwischen den beiden Parteien hin und her zu telefonieren. Keiner bewegte sich. Die eine, für mich unwichtigere, konnte nicht, weil für sie tatsächlich viel auf dem Spiel stand. Die andere, wichtigere, wollte nicht, aus natürlicher Arroganz.
Die einzige Lösung bestand darin, meinen Klienten in einen Learjet zu packen und am Mittag nach Berlin zu fliegen. Auf meine Kosten. Eine Versicherung gibt es für so etwas nicht.
Ich bemühte mich um Haltung und rief die arrogante Partei an, sie könne mit meinem Klienten rechnen. Danach heulte ich nur noch. Die Rechnung für den Flug zu tragen, bedeutete für mich, zwei Monate nichts zu verdienen.
Irgendwann, nach dem vierten oder fünften tropfnassen Taschentuch, ich hatte bereits den Beschluß gefaßt, den Beruf aufzugeben, klingelte mein Telefon. Die arrogante Partei meldete sich und signalisierte, daß eine Änderung der Planung nun doch möglich sei, sie würde dann eben am Wochenende arbeiten. Die Auftraggeber der beiden Projekte waren sich in Cannes begegnet und waren sich einig, daß es hirnverbrannt sei, mir so eine astronomische Rechung zuzumuten.
Telefonieren konnte ich das nicht mehr nennen. Ich schluchzte nur noch in den Hörer. Die arrogante Fraktion kam ins Stottern: So hab ich dich noch nie erlebt, das ist ja so privat...

Ja, du dumme V... das ist privat und ich hatte dir gleich zu Anfang gesagt, daß mir ein Fehler wegen eines Todesfalls in der Familie passiert ist. Und ich erinnere mich noch sehr gern an deine Anfangszeiten im Business, als du unter der tatkräftigen Betreuuung mehrerer älterer Herrn deinen Job lerntest. Das die Stunde deiner großen Aufträge gekommen war, als du die Geliebte eines verheirateten, mittlerweile als korrupt in den Vorruhestand entsorgten Geschäftsführers warst.
Du wirst deine Flasche Champagner mit dem süßesten Dankschreiben der Welt bekommen. Aber diese zwei Stunden seelischer Pein vergesse ich dir nie.
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Deshalb. Letzter Abschnitt.
Deshalb. Letzter Abschnitt.
kittykoma - 7. Nov, 23:29
Warum?
cabman - 7. Nov, 21:33
Es ist vollbracht
Kitty und ihr Tagebuch sind wieder an die alte Adresse...
Kitty (importiert durch kittykoma) - 18. Okt, 16:03
wieder einmal bestätigt...
wieder einmal bestätigt sich, dass sport eben doch...
Huehnerschreck - 6. Apr, 10:21
Einmal im Jahr
muß sein. 2007: angebrochene Rippe im Wanderurlaub. 2008:...
kittykoma - 4. Apr, 20:44
Ich will auch einen Staubsauger...
Ich will auch einen Staubsauger mit dem die Hausarbeit...
Steffi (Gast) - 8. Mai, 06:45
Saure Eier
Bei uns gehen Saure Eier etwas anders. Mit Butter in...
Schwaka (Gast) - 17. Feb, 14:20
another feuchtgebiet...
spätpubertäre literaturwunderkinder - siehe...
kittykoma - 6. Feb, 13:43

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