18
Okt
2011

Es ist vollbracht

Kitty und ihr Tagebuch sind wieder an die alte Adresse umgezogen:

http://kittykoma.de

Wer mitkommen will, ändert bitte seine Bookmarks etc.

6
Feb
2010

another feuchtgebiet oder mitten in die sch... getreten

spätpubertäre literaturwunderkinder - siehe "crazy" und benjamin lebert - müssen alle irgendwann mal im leben ankommen.
da helfen weder "szeneinspiration" noch ein papa mit dem kurzem draht zum feuilleton, dessen name kurzerhand angenommen wird.

25
Aug
2009

Tickticktick -die spinnen, die Schwaben

Wollte doch neulich einer über Immobilienscout für eine Dachwohnung in der Greifswalder Str. eine - lassen Sie mich Rechnen - Kaltmiete von knapp 13 € pro Quadratmeter.
Dabei hatte die Wohnung nichts besonderes. Normale Sanierung und Ausbau von Ende der 90er. Banale Knapp-über-Ikea-Küche, simples Baumarktparkett, normal ausgestattetes Bad.

24
Aug
2009

Bin ick Einstein?

Suchanfrage: warum nur mache ich mir alles so schwierig manchmal

edit

Das ist aber auch die Zeit der absurden Fragen ans Netzorakel:

Splitternackte Frauen in der Folterkammer (Letztens suchte dieses Ferkel noch splitternackte, im Wald gefolterte Frauen. Kann da jemand mal den psychatrischen Dienst verständigen?)

oder das

Hamster im Koma

22
Aug
2009

Auch 20 Jahre II

... und kam zu einem Foto, das einen illegalen Künstlerauftritt zeigt. In diesem rohen, mit Plakaten und Bildern vollgehangenen Dachboden in der Oderberger Straße war ich schon einmal, als ich Kollegen zu einem Auftritt begleitete.
Anfangs hatte ich noch den Impuls, HeMan zu erklären, was das alles ist, was es für mich bedeutet, was es in mir auslöst, aber ich tat es nicht. Ich war einfach nur noch von den Gefühl dieser Zeit überwältigt, vom wirren, wütenden Sommer 89.
Ich wohnte zwar mit Mann und Kind in jenem grauenvollen Kaff an der Grenze, das jetzt Frau Wortschnittchen unsicher macht, aber damals wie heute ist es nach Berlin ein Katzensprung. Wir waren häufig da, weil viele unserer Freunde dort wohnten. Eigentlich für die Frauen meines Studienjahres war ein paramilitärischer Lageraufenthalt vorgesehen (hieß das Sanitätslager?), ich hätte das als Mutter in Berlin absolvieren müssen, aber wir hörten schon zu Anfang des Sommers, daß diese Veranstaltung abgesagt sei, (offiziell wurde so getan, als wäre es selbstverständlich, daß es nicht stattfand, nach dem Motto: War was?). Es hätte zu viel Gelegenheit zu politischen Diskussionen gegeben und die Studentinnen der Schauspielschule "Ernst Busch" seien da unrühmlich vorangegangen, hieß es hinter vorgehaltener Hand. Dann gab es wieder Gerüchte, die Lager wären freizuhalten für den Fall politischer Unruhen, damit es genügend Internierungsmöglichkeiten gäbe.
Das ganze Land hing in der Luft. Honecker war krank und es hieß immer mal, es sei Nieren- oder Leberkrebs, der käme nicht wieder. Nur wer käme dann? Wer intrigierte schon in der Altmännerriege?

Im Jahr vorher lautete der Spruch unter den Frauen des Prenzlauer Bergs: "Kaum lernst du einen kennen, ist er schon im Westen." Denn alle coolen Typen des Viertels, die zu haben waren, hatten einen Ausreiseantrag laufen. Im Sommer 89 dann fuhren die Leute in Urlaub und kamen nicht wieder, denn Ungarn hatte die Grenzsicherungen abgebaut. Meine Kommilitonen besorgten sich Wohnungen, indem sie sie einfach aufbrachen und die Klamotten, die sie nicht brauchten, in den Sperrmüllcontainer warfen.
Es hieß, in Dresden würden morgens manchmal die Geschäfte nicht öffnen, weil kein Personal mehr da war und es gäbe Probleme bei der medizinischen Versorgung.
Plötzlich waren begehrte Jobs zu haben. Meine Freundin begann beim DDR-Fernsehen zu arbeiten und war einszweifix von der Absperrerin zur Setaufnahmeleiterin avanciert. Es fehlte Personal, hieß es.

Hieß es, hieß es... Die Informationslage war absolut schizophren. Hier die Gerüchte über die Bürgerrechtsbewegung, zu deren inneren Kreis weder ich noch meine Freunde gehörten. Dann Gerüchte über Ereignisse und die Lage im Lande, die wirklich desolat schien, vor allem in Sachsen. Da das Westfernsehen, das sich vorwiegend mit den Flüchtlingszahlen beschäftigte und kaum in der Lage war, authentische Berichterstattung aus dem Inneren der DDR zu liefern. Dort das DDR-Fernsehen, das im Hinblick auf Politik eine absurde Kabarettveranstaltung war und die den üblichen politischen Schwachsinn druckenden Tageszeitungen. Die Wochenzeitung "Wochenpost" und der "Sonntag" wurden sehnlichst erwartet. Dort schrieben Leute wie Christoph Dieckmann und Monika Maron Sätze, die heute in ihrer Vorsicht zahnlos wirken, die aber damals als "heiß" galten.

An einer der Wände der Ausstellung hing ein Faksimile des "Neuen Deutschland" vom 12. oder 21. (?) September. Der berühmte Artikel: "So werden BRD-Bürger gemacht" - die Story mit der Mentholzigarettenentführung. Ich stand in der Erinnerung wieder mit meinen Kommilitonen im Seminarraum unter dem Dach der Universitätsstraße 6. Die Zeitung lag auf dem Tisch, irgendeiner der Genossen hatte sie mitgebracht. Jeder las und lachte. Die Stimmung war hysterisch. Das ist ja schlimmer als die Bildzeitung! rief ich wütend, der Dozent, der gerade hereinkam sah mich mit großen Augen erstaunt an*, schwieg aber. Wir waren uns einig, daß diese Verarsche ihnen selbst die strammen Genossen nicht mehr abkaufen würden.
Eine Tafel über die Demonstrationen in der Stadt am 6. Oktober. Ich hatte damals eine Aufführung im Deutschen Theater besucht und war danach sofort mit dem Zug in das Kaff an Grenze gefahren. Meine Wohnung in der Kopenhagener Straße suchte ich nicht mehr auf. Da wäre ich dann mittendrin gewesen, denn der Weg in meine Studentenbude wäre an der Gethsemane-Kirche vorbei gegangen.
Das, was heute Berlin-Mitte ist, kochte. Jede Menge junge Arbeiter aus dem ganzen Land waren im Blauhemd unterwegs. Sie kamen vom Fackelzug zu Ehren des 40. Geburtstages der DDR und hatten sich vor Wut und Ärger betrunken. Vor Stunden hatte man noch für sie das ganze U-Bahnnetz lahmgelegt und sie mit Sonderzügen an ihren Bestimmungsort gefahren, damit sie ja nicht auf die Idee kamen, sich zu verpissen. Jetzt waren sie sich selbst überlassen, denn die Staatsmacht knüppelte derweil Demonstranten im Prenzlauer Berg zusammen.
Ich saß mit 20 oder 30 von den Jungs im Zug nach Hause. Nach und nach stiegen sie aus. In der Stadt mit der Gießerei und dem Reifenwerk, auf den Dörfern... Vorher zündeten sie noch eine DDR-Flagge an und schmissen sie aus dem Zug.
Ich war starr vor Angst. Bisher kannte ich nur brennende amerikanische Flaggen. Ich dachte an "Blutige Erdbeeren". Ich wollte nach Hause zu meinem Mann und meinem Kind. Ich wollte in keine blöde Aktion hineingeraten, die mir ein paar Tage Stasiknast bescherte. Und noch weniger wollte ich vor der Stasi eine Zeugenaussage machen müssen: "Ihnen ist ihr Studienplatz doch lieb? Was haben Sie gesehen? Wer war es? Helfen Sie uns doch, Sie gehören doch zu uns!"
Von diesem Tag an wußten wir, daß der seltsame Hängezustand aufgehört hatte. Entweder kamen morgen oder übermorgen die russischen Panzer oder DDR-Bürger schossen auf DDR-Bürger oder...? Die Lösung war politisch. In den Chefetagen des Staates wurden nun die Intrigen offen ausgetragen. Honecker wurde entsorgt und der Rest des Politbüros versuchte sich mit dem Wort "Wende" einzuschleimen. Krenz nahm die Macht, weil wahrscheinlich alle anderen gesagt hatten: "Mach du doch den Scheiß, du Streber." Doch bald, mit dem Fall der Mauer, passierte Geschichte. Es ist immer wieder atemberaubend zu erleben, wie sich innerhalb weniger Tage eine Epoche vollendet, der 11. September hinterließ in mir ein ähnliches Gefühl.
Die Tafel daneben zeigte ein Foto von einer Studentendemonstration an der Humboldt-Uni. Da habe ich eine Rede gehalten! Die Rede war Schwachsinn. Es ging um einen reformierten Jugendverband. Immerhin hörten mir 800 Leute zu und die Videoaufzeichnungsanlage der Stasi. Hinterher sprach mich ein Typ an, ob wir nicht zusammen eine Organisation gründen wollten, ich winkte ab.
Der Beginn dieser Demonstration, die keine richtige Demonstration, sondern eine riesige Versammlung war, war kafkaesk. Sämtliche Studenten der Kulturwissenschaften verabredeten sich in einem großen Saal in der Clara-Zetkin-Straße (heute wieder Charlottenstr.). Vorher wurden wir schon von einzelnen Dozenten bearbeitet, wir sollten auf keinen Fall hingehen. Als wir uns alle pünktlich einfanden, hieß es plötzlich von einem der Prorektoren, daß wir den Raum verlassen müßten, da er für 800 Leute statisch nicht zugelassen sei. (Lächerlich! Die Mauern waren meterdick, das Gebäude hatte schließlich auch den Krieg überstanden.) Wir sollten ins Audimax im Hauptgebäude gehen. Auf diesen 200 Metern die Charlottenstraße entlang dachte jeder von uns: ok., gleich knallts, gleich holen sie uns ab. Ich kann mich nicht erinnern, daß irgendjemand gesprochen hat, diese Menschenmasse ging schweigend. Unsere Mitstudenten von der Fakultät Krimininalistik standen ebenso schweigend am Straßenrand Spalier und überwachten dann auch die Versammlung. Von uns hatte die keiner bestellt.
Dann die Fotos von der Demonstration auf dem Alexanderplatz am 4. November. Irgendwo mittendrin hatte auch ich gestanden...
Am Abend vorher feierte mein Großvater seinen 75. Geburtstag. Mit von der Partie waren die alten "Genossinn und Genossnn". Honeckers pensionierter Sicherheitschef, zwei Stasioberste, ein paar pensionierte Generäle. Der Justizminister hatte wohl zu tun, ich kann mich nicht erinnern, daß er da war. Die alten Männer redeten über die geplante Demonstration. Grundton: Alles Verbrecher und undankbare intellektuelle Spinner die "wir" (wie hasse ich dieses Wort!) viel zu gut behandelt haben.
Äh... ich gehe da auch hin..., sagte ich irgendwann in die Runde. Dann ging es los. Ob ich wahnsinnig geworden sei? Da wären nur vom Westen gesteuerte Provokateure unterwegs, alles CIA-Agenten, die die Aufgabe hätten, das Volk dazu zu bewegen, in Richtung Mauer weiterzumarschieren, um die Mauer zu durchbrechen. (Mauerdurchbruch! Wie absurd erschien mir der Gedanke sechs Tage vor dem Tag Null der deutschen Zeitrechnung!) Ich solle mich nicht wundern, wenn ich im Knast lande. Da würde mich dann keiner der Anwesenden bevorzugt rausholen, ich solle sehen, wo ich bliebe...
Sie schüttelten den Kopf darüber, das das "Mädele" seinem geliebten Großvater solche Sorgen macht...
Als ich am nächsten Tag bei meinen Großeltern anrief, daß ich zurückkäme und alles friedlich und ok. sei, war meine euphorische Mutter am Telefon: "Ja, das Fernsehen überträgt alles! Das ist ja so was von toll und lustig!"
Wenn es im DDR-Fernsehen läuft, dann ist alles wieder im Weltbild...

Und so stand ich am 22. August 2009 auf dem Alexanderplatz. Vor mir die Bilder des letzten großen Karnevals eines verschollenen Volkes und ich heulte wie ein Schloßhund.


*Ich erfuhr erst viele Jahre später, daß ich unter den Dozenten als der dritte Stasispitzel meines Studienjahres (15 Leute) gehandelt wurde. Ich hatte mir meinen Studienplatz auf ungewöhnliche Art und Weise von oben, aus der Chefetage, erkämpft. Der Dozent mit dem erschrockenen Blick soll übrigens IM gewesen sein (sagte man mir, ich habe meine Akte nicht gelesen, ich will nicht noch das letzte Stück Urvertrauen verlieren). Was nichts heißt. Sie haben vor allem die weichen, konfliktscheuen, aber ehrgeizigen Leute gekriegt. Er war, obwohl nur 5 oder 6 Jahre älter als ich, mein bester Lehrer. Und er ist auch jetzt ein hervorragender Professor, aber nicht in Deutschland.

Auch 20 Jahre I

Der Herr Lucky schreibt heute sehr schön über seine 20 Jahre Berlin.
Auch mich sprang heute ein 20jähriges Jubiläum an, obwohl 1989 ein viel referiertes Jahr ist, es traf mich aus dem Hinterhalt.

Der heutige Tag begann mit einer Radirrfahrt nach Mitte, wegen der für den Marathon abgesperrten Straßen. Auf der Liste standen Kaffee kaufen im Buscaglione, bei Camp4 nach einem Reiseführer für Maine suchen (die haben einfach das am besten bestückte Wanderführerregal in Berlin) und bei Saturn und Media Markt nach einem Netbook schauen. Was bedeutet: Alexanderplatz. Nicht wegen der Schönheit der Gegend, sondern wegen der obszönen Größe dieser Geschäfte an jenem Ort.
Vor dem Eingang zu Saturn fiel mir diese Ausstellung auf. Wie es so ist in Berlin, man hört etwas, sagt: Mensch, da könnte man ja mal hingehen und tut es dann doch nicht. Und da HeMan sehr gern klagt, daß das Leben, respektive die wichtigen Ereignisse in Berlin an ihm vorbeirauschen, nagelte ich ihn fest: Wenn wir schon einmal hier sind, dann sehen wir uns das jetzt an. Das Wetter ist gut, es gibt keine Termine zu halten und wann verschlägt es uns noch einmal hierher?
Ich hatte etwas im Stil des Museums am Checkpoint Charlie erwartet, von dem Touristen ja immer wieder begeistert sind, was in mir aber das Vorurteil festsetzte, daß diese Ausstellung scheinbar eine Mischung aus "Mme Tusssauds" und "Monstren, Mumien, Mutationen" ist, mit seiner zerbröselnden "letzten Kremlflagge" an der Fassade - weshalb ich auch noch nie da war, obwohl dieses Museum das am stärksten frequentierte der Stadt sein soll.

Die Schauwände jedoch, die am Alexanderplatz stehen, sind umfassend und realistisch in der Geschichtsschau, klar und übersichtlich gestaltet, knackig kurz betextet und mit Bildmaterial bestückt, das zwar nicht unbekannt, aber kaum gesehen ist.
Vor dem Foto "Friedensgottesdienst in Dresden am 13. Februar" blieb ich verdutzt stehen: Da war ich dabei! - Irgendwie war ich damals mit meiner Freundin in Dresden und dort reingeraten, nichts Beabsichtigtes.

Denken Sie nicht, daß ich in diesem Staat in irgendeiner Weise etwas renitentes, widerständlerisches oder ungesetzliches getan habe. Ich bin - wie so viele - in die Nische ausgewichen, habe am Theater gearbeitet und Theaterwissenschaft studiert. Faxenmacher waren in diesem Staat ohnehin unter sich. Der Mikrokosmos Theater war übersichtlich, gut zu kontrollieren und vom Volk eher gemieden. Ich wußte, daß ich es wahrscheinlich nicht mehr lange in dem kleinen engen Land aushalten würde, auch die libertinste Nische raubt einem irgendwann die Luft zum Atmen und die Lebenskraft. Aber ich wußte nicht, wie ich gehen sollte. Meine Familie hatte diesem Land alles zu verdanken: Gesellschaftliches Ansehen, Position, hohe Bildung, gutes Einkommen, hervorragende Berufschancen. In zwei Generationen von bitter armen Arbeitern zu gut verdienenden Akademikern in leitender Position, das macht dankbar und verpflichtet. - Das auch im wörtlichen Sinne, wußte ich doch, daß die Ausreise der Tochter eines hohen Funktionärs einige Jahre zuvor die gesamte Familie ins gesellschaftliche und berufliche Aus stürzte. Gegen die Gerüchte, daß die Tochter und ihr Mann BND-Agenten waren, denen der Boden unter den Füßen zu heiß wurde, konnte sich keiner wehren.
Ich erwog im Sommer 1989 sogar noch den Eintritt in die SED, um daran zu arbeiten, die Partei von innen zu reformieren, wie es die jungen Leute an der Fakultät Marxismus-Leninismus taten, die der Partei während Honeckers Krankheit ein Thesenpapier zu Reform des Staates vorgelegt hatten. (Ich finde komischerweise dazu keinen Link im Netz und damals hatte ich das alles nur gerüchtehalber gehört, denn mit den M/L-Leuten hatte ich an der Uni nichts zu tun, da ich die zwei Stunden wöchentlichen Unterricht mit einer Ausrede schwänzte.) Eine ehemalige Kollegin, die damals etwas Parteikarriere gemacht hatte, riet mir aber strikt davon ab. So blieb ich bei der Aussicht, irgendwann einen netten Dramaturgenjob zu machen und mit Mann (der damals Kurator einer recht bedeutenden Kunstsammlung in der Provinz geworden war) und Kind das billigst erstandene Bauernhaus in der Uckermark oder Prignitz zum Sommerwohnsitz herzurichten.

Zurück zur Ausstellung. Ein paar Meter weiter plötzlich die selbstgebundenen Bücher und Hefte mit den Linoldrucken auf dem Titel, die wir uns weitergereicht hatten. Und dann: He, die Frau, deren Auftritt auf dem Plakat von Judys Galerie* angekündigt ist, die kenne ich. Die hat mich vor ein paar Wochen angemailt, hab ich dir doch erzählt ... Hat gefragt, ob ich nicht was für sie tun kann ... die sieht immer noch genauso aus, wie auf dem Farbdruck.
Dann die Abbildung des Plakates mit dem Luxemburg-Zitat: "Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden". Eine Mitschülerin und ein Kollege verschwanden dafür im Knast und wurden später abgeschoben.
Ich ging weiter...



*Beides die gleiche Person. Heute der Kunsthändler Lybke, der die millionenschwere Leipziger Schule vertritt. Damals der verrückte Judy, der in Leipzig eine illegale Galerie betrieb und Performances veranstaltete.

Fortsetzung folgt

21
Aug
2009

Suchanfrage: bin zimmermann und habe höhenangst

Sehr geehrter Herr Jens Christiansen,

da sie lt. ärztlichem Attest nicht mehr in der Lage sind, ihren Beruf auszuüben und somit dem Arbeitsmarkt in der Kategorie Bauberufe: Zimmermann/frau nicht mehr zu Verfügung stehen, beginnen Sie am

24.12. 2009

die Umschulungsmaßnahme

Heiland*.

Bitte melden Sie sich bei Herrn Johannsen, er wird alle erforderlichen Maßnahmen in die Wege leiten.

Mit freundlichen Grüßen


Maria Josephson
Arbeitsagentur Zenith

*die Sonderausbildungsmaßnahme umfaßt die Fächer Predigen, Erwecken, Wandeln und Umwandeln. Bitte bringen Sie ausreichend Bettlaken und Sandalen mit.

Debitel oder Ich mein ja nur!

Rief mich doch vorhin ein Mäuschen aus der Rechnungsabteilung von Mobilcom-Debitel an.

Sieso: Spreche ich mit Frau Kitty?
Ickeso: Ja.
Sieso: Frau Kitty, ich wollte noch mal mit ihnen über diese offene Rechnung...
Ickeso: Nö.
Sieso: Wie jetzt?
Ickeso: Darüber reden Sie bitte mit meinem Anwalt.
Sieso: Äh...
Ickeso: Die Telefonnummer finden Sie in einer mittlerweile recht umfänglichen Akte. Mein Tipp:
Sieso: ???
Ickso: Schaun sie mal in der Rechtsabteilung nach. Da könnte sie stehen.
Sieso: ohjadankeichwußtejanichtmacheichdann - wiederhörenschöntachnoch.

Eine wirklich hervorragend organisierte Firma. Da ist frau doch gern Kundin.

Aber vorige Woche hatten sie den Vogel abgeschossen, als sie mich anriefen, um mich mit interessanten Angeboten von meiner Kündigung abzubringen bzw. mir einen neuen Vertrag schmackhaft zu machen.

Ickeso: Kurzer Hinweis: Das war eine fristlose Kündigung.
Erso: Ach so, ja, stimmt, steht hier auch. Vergessen sie den Anruf.

Im Callcenter für Debitel. Da erlebste was...

Es ist nicht so,

daß es nichts aufschreibenswertes gibt in diesen Tagen.
Im Gegenteil. Ein paar längere Texte trmpeln schon mit den Füßen. Aber vorher kommt die Pflicht.
Konzept schreiben. Homepage bauen...

20
Aug
2009

Zu heiß

um im Bett zu lesen, zu müde, um noch zum Schlachtensee zu fahren.
Auf dem Balkon plaudern wäre schön. Oder zusammen schweigen. Nicht dieses Schweigen, bei dem besser nichts gesagt wird, weil jeder Satz auf Unverständnis oder Mißverständnisse stößt. Einfach so, um dem anderen beim Atmen zuzuhören.
Dieser Hof lebt anders als die Kreuzberger Legebatterie. Behäbiger. Mit viel Fernsehlärm und Besteckgeklapper. Es gibt selten laute Musik und hörbar gefickt wird hier schon garnicht.

Freude

auf jedes Wochenende, das demnächst kommt.

Suchanfrage: Enthaarungswahn

Ach Gottchen, muß ja nicht. Aber wer will bei der Hitze schon Meerschweinchen unter den Achseln herumtragen?

19
Aug
2009

Und sonst...

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Merke, daß der Sommer in diesem Jahr an mir vorbeigerauscht ist. Da will ich doch wenigstens das letzte müde Zipfelchen noch greifen.
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Als Kind bin ich hintern Schrank gekrochen, wenn mich keiner mochte und mir drumherum alles zu viel war. Das mache ich heute in gewisser Weise auch noch.
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Ich halte die Trattoria a' Muntagnola für etwas überschätzt. (Das ist jetzt so ein arroganter Kennersatz, der mir garnicht zusteht.) Ich habe jahrelang in der Nähe gelebt und war nie da. Jetzt war ich da und es gibt sehr gute italienische Küche und - ja - es schmeckt wie bei Muttern. Heimatlich, ein bißchen salzarm und eingeübt, aber mit eßbaren Blüten dekoriert und auf angeschlagenem Steingut serviert. Das ist, als würde man irgendwo Rouladen, Klöße und Kaiserschmarrn vorgesetzt bekommen, die eine gute Seele in der Küche zaubert.
Ich kann mir vorstellen, daß dieses Restaurant vor 15 Jahren tatsächlich der einzige Lichtblick in einer Pizza-Hawaii und Sahnesaucen-Carbonara-Einöde war. Mit Erinnerungen an den Italienurlaub und die authentischen Restaurants.
Das Publikum war sehr bürgerlich. Entweder Kulturtouristisch oder mitteljung und schwul, mit beeindruckenden Oberarmen, dabei paarweise unterwegs oder älter, extrem gepflegt und attraktiv, schwul und allein. Faustregel: Wer allein sitzt trinkt mindestens eine Flasche ziemlich guten Rotwein, gern mehr.
War alles irgendwie zwiespältig.
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Ich liebe es, wenn das Denk-Chaos im Kopf sich irgendwann zu logischen Mustern sortiert, denn dann kanns weitergehen. Aber ohne diese (sehr anstrengende, auch wenn es nicht so aussieht) Chaosphase käme ich keinen Schritt weiter.
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Leistungssport ist so was von langweilig geworden, nachdem man sich bei jedem Sieg fragen muß, wie geschickt der Arzt war oder wie löchrig die Dopingkontrollen. Auch die Erkenntnis, daß leichte, dünne Ostafrikaner aus Gebirgsgegenden, die als Kinder zur Schule gerannt sind, für Siege physiologisch prädestiniert sind, ringt mir nicht mehr als ein "Aha" ab. Das ist so, als würde man darüber referieren, warum Juden einen Großteil der weltweiten Intelligenzia stellen. Ist eben so.
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Ach so und von der Gesundheitsfront gibt es zu vermelden, daß da wohl in den ganzen Durchhängern ein Hashimoto-Schub mit von der Partie war. Meint jedenfalls meine gute, alte, sehr weise Ärztin. (Unter dem Titel: Liebling, ich habe meine Schilddrüse geschrumpft.)
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Ganz am Rande: Wenn ich etwas wirklich hasse, sind es offene Schränke und Klodeckel. Ich bin sogar in der Lage, im Halbschlaf noch mal aufzustehen, um die Tür vom Schlafzimmerschrank komplett zuzuschieben.
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Quickcheck

Deshalb. Letzter Abschnitt.
Deshalb. Letzter Abschnitt.
kittykoma - 7. Nov, 23:29
Warum?
cabman - 7. Nov, 21:33
Es ist vollbracht
Kitty und ihr Tagebuch sind wieder an die alte Adresse...
Kitty (importiert durch kittykoma) - 18. Okt, 16:03
wieder einmal bestätigt...
wieder einmal bestätigt sich, dass sport eben...
Huehnerschreck - 6. Apr, 10:21
Einmal im Jahr
muß sein. 2007: angebrochene Rippe im Wanderurlaub. 2008:...
kittykoma - 4. Apr, 20:44
Ich will auch einen Staubsauger...
Ich will auch einen Staubsauger mit dem die Hausarbeit...
Steffi (Gast) - 8. Mai, 06:45
Saure Eier
Bei uns gehen Saure Eier etwas anders. Mit Butter in...
Schwaka (Gast) - 17. Feb, 14:20
another feuchtgebiet...
spätpubertäre literaturwunderkinder - siehe...
kittykoma - 6. Feb, 13:43

Kittytweets

    Wünsche

    Mußtu hörn:

    Früher war alles besser!

    Immer noch lesbar

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    Zuletzt aktualisiert: 29. Mai, 17:36

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