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16
Nov
2009

Kalte Asche

Seit 10 Tagen schreibe ich an einem Text, der das Licht der Blogwelt sicher nie erblicken wird. Es betrifft meinen Beruf und die Abnutzungserscheinungen, die die anstrengenden Arbeitsjahre brachten. Bei dem Satz "Wenn irgend möglich, vermied ich es, ans Telefon zu gehen und schickte meine Sekretärin vor, denn mir war alles gleichgültig, nein, ich hatte Angst vor denen da draußen.", hörte ich zu schreiben auf.
Eine ausführliche und halböffentliche, wenn auch anonyme Analyse eines schweren Burnouts von jemandem, der nach der Genesung auf Existenzsicherung durch welche Arbeit auch immer angewiesen ist, verbietet sich von allein. Meine Arbeitswelt heuchelt höchstens Verständnis und macht sich auf den Weg zum nächsten, der Ruhm und Erfolg verspricht oder fragt sich noch nach Jahren: war da nicht was?
Und dann gerade die Presse, dieser Torwart. Auf diesen Zug möchte ich nicht aufspringen. (Mir fallen nur noch blöde jokes ein!)
Vor zehn Wochen verlangte der Arzt von mir mehrere Monate berufliche Pause. Ich handelte ihn auf zwei Wochen Bauernhofvertretung im November, meinen Jahresurlaub im Dezember auf Sardinien und drei Wochen Klinikaufenthalt im Januar herunter.
Als ich letztens einen Nachmittag und einen Abend vergraben in eine Fleecedecke und die Kapuze meines Hoodies auf dem Sofa lag und nicht wußte wohin mit mir vor Panik und grundloser Todesangst, wußte ich, daß jetzt etwas passieren muß.
Der Arzt zieht mich für zwei Monate aus dem Verkehr. wenn es nach ihm ginge besser heute als gestern. Die Krankenkasse prüft noch und wird die 8 Wochen sicher runterfeilschen. Aber seit ich weiß, daß ich auf den Zauberberg gehe, ist mir ein riesiger Stein vom Herzen gefallen.

12
Nov
2009

...

heute im traum in einem hotelzimmer einen kühlschrank von vergammelten lebensmitteln befreit. milch mit ablaufdatum 1975. als ich die der hausdame zeigte, fand die das normal.

9
Nov
2009

Wie es wirklich war

Am Abend des 9. November 1989, nachdem ich die Pressekonferenz mir Schabowskis Zettel-Statement sah, war ich als bürokratiegestählte DDR-Bürgerin zu dem Schluß gekommen, daß man sich in den nächsten Tagen bei der Meldestelle zwecks Paßerwerb anstellen könnte. Selbstverständlich erst, wenn sich der erste Andrang gelegt hatte.
Dann gingen mein Mann und ich schlafen. Am nächsten Morgen fiel die Chefin der Kinderkrippe mir und meiner Tochter um den Hals: Ob es nicht toll sei?
Ichso: Äh ja, jetzt können wir reisen, ich hol mir demnächst auch einen Paß. (Im Kopf hatte ich, wovon ich denn verdammt nochmal so eine Reise bezahlen sollte, denn Aluchips wollten sie da drüben bestimmt nicht.)
Sie sah mich entsetzt an, aber ich merkte das garnicht, morgens bin ich nicht ganz so helle.
Als ich dann zu Hause am Frühstückstisch herzhaft in mein Brötchen biß, blieb es mir im Hals stecken, denn die Nachrichten verkündeten, daß in der Nacht die Mauer gefallen sei.
Das ist jetzt nicht wahr, dachte ich. Das kann garnicht wahr sein. Ich bin noch nicht wach. Oder gleich explodiert die Welt und wir sollten vorher noch aufgeheitert werden.
Doch die Provinzstadt Frankfurt an der Oder stand auch fünf Sekunden später noch und mein Mann machte ein ähnlich dämliches Gesicht.
Den Rest des Tages saß ich heulend vor dem Fernseher. Als meine Eltern anriefen, mit erschütterte Stimme: Hast du schon gehört, was passiert ist?, fühlte ich mich zwar schuldig ob meiner Glücksgefühle und -tränen, aber bekannte mich dazu. Sie waren befremdet und ratlos, aber sagten nicht viel. Denn ab da hatten sie und ihre Partei nicht mehr recht.

inspiriert von den kommentaren hierzu

8
Nov
2009

Bis da hin

Mir fällt es immer wieder schwer, dir das Nichtmehrkönnen abzunehmen. Bei M. wartet man nur darauf, (...) Bei dir überrascht es. Einerseits spricht das ja für deine Beherrschung, andererseits tust du dir und anderen damit wohl auch keinen Gefallen.

3
Nov
2009

28
Okt
2009

27
Okt
2009

fuck!

nach einer woche aggressorenabwehr mit hühnersuppe, chili und ingwer nun endgültig krank.

26
Okt
2009

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The Diary of Kitty Koma

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