16
Mrz
2009

Und kurz vor dem Abflug

auf die Insel sind die Gedanken im freien Fall: Alles falsch.
Falsche Reisezeit. Falsche Arbeitsdisziplin. Falsche Sehnsucht. Falsche Wünsche. Falsche Forderungen. Falsche Erwartungen.

Kennen Sie dieses Gefühl, wenn Ihr Leben, ihr Denken, Fühlen und Handeln mit nichts mehr von dem, was um sie herum passiert, zusammenpaßt?

Es ist, als würde man morgens aufstehen und die Zahnpasta schmeckt nach Mayonnaise, aus dem Wasserhahn kommt Blut und wenn sie die Zeitung von der Fußmatte aufheben wollen, grinst die sie an und fragt: "Bist du sicher, daß du mich anfassen darfst?"
Sie machen alles wie immer und nichts gelingt. Die Milch gerinnt, die Kartoffeln verkochen, das Fleisch verkohlt.
Sie starten das Auto, legen den Vorwärtsgang ein und fahren rückwärts los.
Ihr Stuhl, auf dem Sie Jahre gesessen haben, bricht plötzlich unter Ihnen zusammen.
Und sie wissen das Rezept der besonderen Aufmerksamkeit für die Welt, die sie umgibt, nicht mehr. Waren Sie früher anders? Haben Sie die Zukunft anders beschworen? Mehr gelächelt? Mehr zugehört?

Was tun? Es ignorieren? Optimistisch sein, daß das vorübergeht? Es als Zeichen auffassen, daß etwas Neues beginnt?

15
Mrz
2009

Wissen Sie was?

Ich glaube wirklich nicht, daß Ballerspiele verboten gehören. Computerspiele allgemein haben für mich enormes Suchtpotential. Wenn ich mit meiner Zeit nichts besseres anzufangen wüßte, würde ich den ganzen Tag daddeln. Aber ich weiß mit meiner Zeit besseres anzufangen. Deshalb spiele ich garnicht. Deshalb läuft bei mir auch seltenst der Fernseher (seit überhaupt wieder einer in Reichweite ist).
Und was die Pubertätswirren anbetrifft... Es gab Tage, da hätte ich meinen Vater am liebsten mit der Axt erschlagen. Wenn denn eine Axt in Reichweite gewesen wäre.
Bei Zugang zu Schußwaffen und entsprechenden Fertigkeiten hätte ich für nichts garantieren können. Auch unter dem sedierenden Einfluß mit zwei horrorfilmfreien DDR-Fernsehprogrammen nicht.

Tut mir jetzt echt leid.

Edit: Zum Thema passend bekomme ich vorgestern eine Mail von einem wildfremden Menschen, der mir Geldgier und Unsensibiltät vorwirft, weil einer meiner Klienten einen Tag nach dem Amoklauf öffentlich seinem Nebenberuf als Waffenmeister nachging. Gehts noch?

Down and Out in Munic

Von den Existenzialisten und anderen Angehörigen der schreibenden Zunft wurde überliefert, daß sie in Hotelzimmern lebten, um jeglicher bürgerlicher Bindung zu entsagen. (Vielleicht auch, weil sie zu faul waren, ihre Betten selbst zu machen, wer weiß...) Ich glaube, es war Ivan Goll, der sogar in einem Hotelzimmer auf den Tod lag und starb.
Auch wenn mich glücklichere Umstände begleiteten, ich kann das nicht empfehlen.
Am Dienstag wurde ich krank und am Mittwoch bestieg ich diszipliniert am Vormittag den Flieger, um meinen Mitreisenden ein paar Grippeviren zu gönnen. Ein Presseempfang harrte meiner und dazu zwei Treffen mit zwei Freunden. Aus reinem Geiz hatte ich den billigsten Rückflug gebucht: am nächsten Tag mit dem letzten Flug, dem Lumpensammler München-Berlin, bevölkert von Kulturschickeria und Teilzeitvätern.
In München angekommen, strebte ich in Schneeregen und kaltem Wind sofort mein Hotel an. Da ich Stammgast bin, war man nett, ich bekam ein upgrade auf ein schöneres Zimmer, weil mein gebuchtes Standardzimmer noch nicht fertig war. Ich führte zwei Telefonate, trank eine Flasche Holundersaft und warf mich ins Bett, schlief bis zu meinen Terminen, malte etwas Farbe in mein Gesicht, zog das Kostümchen an und brach auf, um den Abend mit den Stationen Schumanns Tagesbar - 8Seasons - Brenner zu absolvieren. Die Nacht verbrachte ich mit wirren Fieberträumen und einer Flasche Preiselbeersaft. Mein einziger Gedanke, wenn ich mal wieder ins Wachsein auftauchte, war: wie kriege ich morgen die Zeit von 12 bis 21 Uhr rum? Ich konnte immerhin froh sein, daß einen dieses Hotel so sozialverträglich spät auschecken ließ.
Und dann? Im Büro eines Freundes einen Stuhl neben dem Kopierer (da ists warm) okkupieren, pennen und immer mal eine Tasse Tee in Empfang nehmen? Bei der Freundin unterkriechen und ihre vier Kinder anstecken? Extremshopping und Langzeitaufenthalte in Schönheitsfarmen, Massageinstituten und Kaffeehäusern verboten mein körperlicher Zustand und mein Kontostand in trauter Einigkeit. Das Umbuchen des Fluges kostete so viel, daß ich mich dafür auch nach Berlin hätte tragen lassen können. Also verlängerte ich das Zimmer (mit Mühe, denn der Laden war ausgebucht) um einen weiteren Tag, um diesen im Bett zu verbringen. Das "Bitte nicht stören!"-Schild dauerhaft an der Tür, damit niemand auf die Idee kam, mich aufzuscheuchen.
Gegen nachmittag wankte ich über die Straße, um mit den Asos vom Ostbahnhof (gute Klientel, ist doch das Sozialdezernat im Bahnhofsgebäude ansässig) einen Käsekrainer zu essen. Die Wurst explodierte/ejakulierte beim ersten Biß mit einem nachhaltigen Knall heiße, eitrige Suppe über meinen Mantel und schmeckte nach Schweißfüßen, die am rauchenden Kamin getrocknet wurden.
Ich schlich zurück und zog mir wieder die Decke über den Kopf.
Meine Herren und Damen Existenzialisten, sie da mit ihren vermuffelten Rollkragenpullovern und den ungeputzten Hornbrillen: Ihr existenzielles Geworfensein bar jeglicher bürgerlicher Bindung können sie in ihren berühmten Pfeifen rauchen. Es gibt nichts Schlimmeres, als in einer fremden Stadt in einem fremden Zimmer allein und krank zu sein. Ich brauche einen Sonderplatz in vertrauter Umgebung mit vielen Kissen und Decken und ich brauche viele Menschen, die nach mir schauen und mich mit Hühnersuppe, Tee, vorgelesenen Geschichten und Handauflegen verwöhnen. So werd ich auch wieder gesund.
(Und wenn ichs mir recht überlege, stelle ich mir so auch mein Ende vor. Ganz viel Hühnersuppe, lauwarmer Pudding und Märchen vorlesen.)

Am nächsten Tag hat der Arzt mit mir eine Radikalkur gemacht. (Ein Kudammarzt jaha, nicht so ein Kreuzberger Schamane mit seinen Kräuterglobuli.) Eine Vitamin-B12-Injektion und göttliche Tabletten: Paracetamol mit Codein. Ich bin so hackedicht davon, daß es mir gleich viel besser geht. Dazu Hühnersuppe. Nur das mit dem lauwarmen Pudding müssen wir noch üben.

Sardinien, ick komme und den Neoprenanzug habe ich im Gepäck!

10
Mrz
2009

Oh nee!

Nachdem ich gestern brav um den Schlachtensee gehechelt bin - das einzig störende war der durchdringend kalte Wind - hab ich heute einen dicken Hals und so ein wunderbares grippales Gefühl.
Prima. Morgen flieg ich nach München und hab 40 Stunden Programm vor mir.
Und am nächsten Dienstag hatte ich vor, mit klarem Kopf und topfittem Körper zur Landarbeit nach Sardinien abzureisen.
Grmpf! Ich glaube, ich geh gleich noch mal ins Bett.

8
Mrz
2009

Den Frauentag

hab ich mir auch anders vorgestellt.
So mit Saunagehen und Piccolöchen trinken und nur netten, attraktiven Männern um mich herum.
Statt dessen ist es kalt, grau und es regnet. Dazu habe ich einen Mordskater vom gestrigen Pärchenessengehen und muß mir vom Kerl erzählen lassen, ich wäre gestern abend mit meinem Alkoholpegel und meinem Wickelkleid an einem Nippelgate grade noch so vorbeigeschrammt.

Ich kann mich an nichts erinnern. An garnischts. An üwahaupnischs.

6
Mrz
2009

5
Mrz
2009

Frühling reloaded

Heute die erste Runde um den Schlachtensee gemacht. Mensch riecht dit schon nach Frühling!
Nur ins Wasser zu springen muß ich mir noch verkneifen . Es ist noch Eis drauf.

Social Networks vs. Real Life

In meinem XING-Account ist über Jahre nichts großartiges passiert. Da sammelten sich Leute in meiner Kontaktliste, die ich entweder privat regelmäßig sehe oder aber die Großabräumer, die darüber Veranstaltungen verklappen.
Nach der Einladung in eine Filmcommunity passiert so einiges. Ich war sogar auf einem Treffen in kleinem Kreise. (Also R.L.) Da gab es einige sehr angenehme Menschen, mit denen ich mich gut unterhalten habe. Ich hätte sehr gern auch noch weitere Gespräche geführt, nur das war schwierig.
Der Herr, der neben mir saß, gehörte zur Spezies Dampfplauderer. Kaum warf einer ein Thema in die Runde und die Plauderei sollte beginnen, riß er es mitten im Satz von anderen an sich und hielt einen langen, volltönenden Monolog. Daß er ja damals auch schon und heute wäre das ja nicht so toll, aber er kenne ja Gottseidank den und den und außerdem habe er letztens das und das... Und überhaupt, da fiele ihm ein Witz dazu ein!
Während die anderen gequält lächelten, hatte ich mit schwersten Aggressionen zu kämpfen. Da ich ein schüchterner Mensch bin, brauche ich für solche Zusammenkünfte Überwindung. (Noch auf dem Hinweg bin ich lieber erst einmal zum Zahnarzt gefahren, um etwas abzuholen und hätte ums Haar noch eine rettende Ausrede gefunden, um garnicht dort hinzugehen, wo nur fremde Leute sind.) Wenn dann jemand, der mir herzlich unsympatisch ist, auch noch verhindert, daß ich mich vorsichtig an andere annähern kann, wirds prekär.
So saß ich denn eingekeilt zwischen diesem Turboschwätzer und starrte ihm auf die faltigen Budapester und einem Rechtsanwalt, der seine Getränke auf dem kleinen Steh-Tisch über Gebühr ausbreitete und sogar angelegentlich meine Wasserflasche leerte. Ich rutschte instinktiv vom gestikulierenden Getöne weg und berührte dann peinlicherweise das breitbeinig ausgestreckte rechtsanwaltliche Knie, denn unterm Tisch machte er sich genauso breit. Den Platz zu wechseln war unmöglich, denn die Runde war mit Absicht kuschlig eng, um Kommunikation zu ermöglichen. Tja.
Bei mir war Ende Gelände, als der Satz fiel: Wir könnten natürlich einen Kameramann aufs Podium rufen, aber die sind ja meistens rhetorisch nicht so begabt, das wird nichts.
Ich schnappte zurück, ohne den Typen auch nur anzusehen: Leute, die reden können, sind nicht unbedingt Leistungsträger!
Na das hättest du jetzt aber nicht unbedingt sagen müssen!
, kam das Echo vom Rechtsanwalt.
Aber mein Freund redete schon weiter und flocht in einen der Sätze die Formulierung jaja, wir Rampensäue vom Vertrieb ein.
Ich blickte immer mal sehnsüchtig auf die gegenübersitzenden Menschen am Tisch, die waren tausendmal interessanter, als unsere Verkaufstrainings und die Veröffentlichung, die ich dazu gemacht habe, ich hab ja auch einen Verlag!
Die Situation entspannte sich tatsächlich erst, als der Rechtsanwalt ging, der immer mal wieder versucht hatte, zu Wort zu kommen, wenn der andere auf dem Klo war. (Als ich kam, war der einzige freie Platz zwischen dem Anwalt und Mr. Volldampf, sie schienen sich also nicht so recht zu mögen.)
Da war dann eine PR-Dame das Opfer und ich konnte mich anderen Leuten widmen.
Heute nun habe ich ein Problem. Diesen Typen fängt man sich ein wie einen Tripper. Nachdem er mir gestern meine letzte Visitenkarte abschwatzte, will er mich über XING kontaktieren.
Ich möchte so einen Vollidioten nicht in meiner Kontaktliste haben. Und seine Kontaktliste ist eine Ansammlung von schönen MädchenFrauen und weiteren Schwätzern, wie mir scheint.
Ich glaube, ich rette mich in "ach je, ich kann dieses Internetdings garnicht richtig bedienen!"

4
Mrz
2009

Hamster im Laufrad?

Das flatterte mir gerade ins Postfach:


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3
Mrz
2009

Wortlos

Ich habe die letzten Tage vorwiegend mit Arbeiten verbracht. Es ist zutiefst befriedigend, diesen Teil meines Lebens (und es ist der wichtige, der mich ernährt) wieder fest in der Hand zu haben.
Ansonsten ist meine neue Existenz Zen. Es ist nicht viel von meiner alten Umgebung mit mir gekommen. Ein Schreibtisch mit etwas Zubehör, die Plastik, ein paar Kisten Klamotten, ein Tisch, eine Bank und zwei Vasen. Alles andere findet innen statt.
Ich kann noch nicht einmal sagen, ob das gut ist. Ich merke, die Existenz des "sicheren Ortes" (stammt von einer Therapeutin, trifft es aber genau), wo ich weiß, daß ich dort sein darf, wann und solange ich will und nicht weg muß, der gleichzeitig der Ort ist, an dem ein Mensch lebt, der mir nahe ist, das ist sehr viel. Besser als die Zerrissenheit und Verlorenheit der letzten 2 1/2 Jahre. Und doch ist es haarsträubend, dies überhaupt thematisieren zu müssen. Denn es wäre gut gewesen, wenn es von vornherein selbstverständlich wäre.
Noch ist nichts selbstverständlich. Während ich unter dem vorherigen Zustand litt, leidet jetzt mein Gegenüber.
Ich ziehe mir das gerade nicht an. Die Gelegenheit, Nein zu sagen war da. Auch auf die ewißheit hin, mich dann zu verlieren.
Sonderbar ist das schon, weil ich Schritt für Schritt meine Kindheitssituationen wiederhole. Erst das "draußensein". Da ist jemand, der mag dich sehr, der kann aber gerade seine Zeit nicht mit dir verbringen und denkt ganz viel an dich. Dann das "aufgenommensein". Ok., dann bleibst du eben hier. Da ist ein Platz für dich, aber sei brav. Und jetzt? Ich stehe wie damals in dem fremden Kinderzimmer, in dem längst ein anderes Kind lebt und möchte dazugehören. Aber ich bin ein Fremdkörper. Das ist mein Spielzeug, wir haben das immer so gemacht, das will ich aber... Ich spüre, daß das Bild, das mein Gegenüber im Kopf von mir entwickelt hatte, viel interessanter war als ich, der reale Mensch.
Er hätte mich lieber wieder zur Verfügung für gemeinsame Unternehmungen, die Intimität nicht unbedingt voraussetzen. Das bin ich nicht, das war ich nie, auch wenn ich mit viel Energie versucht habe, diese Erwartungen zu erfüllen.
Ich weiß nur nicht, ob es gut ist, das Problem nicht an mich heranzulassen und auf Lernfähigkeit zu hoffen oder ob ich mich tatsächlich damit konfrontieren und in ein paar Monaten die Konsequenzen ziehen sollte. Aber irgendwas ist immer.
In zwei Wochen bin ich für sieben Tage auf Sardinien. Abstand gewinnen, Steinmauern bauen und Olivenbäume pflegen.

Im übrigen wußte ich, worauf ich mich einlasse.
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Deshalb. Letzter Abschnitt.
Deshalb. Letzter Abschnitt.
kittykoma - 7. Nov, 23:29
Warum?
cabman - 7. Nov, 21:33
Es ist vollbracht
Kitty und ihr Tagebuch sind wieder an die alte Adresse...
Kitty (importiert durch kittykoma) - 18. Okt, 16:03
wieder einmal bestätigt...
wieder einmal bestätigt sich, dass sport eben doch...
Huehnerschreck - 6. Apr, 10:21
Einmal im Jahr
muß sein. 2007: angebrochene Rippe im Wanderurlaub. 2008:...
kittykoma - 4. Apr, 20:44
Ich will auch einen Staubsauger...
Ich will auch einen Staubsauger mit dem die Hausarbeit...
Steffi (Gast) - 8. Mai, 06:45
Saure Eier
Bei uns gehen Saure Eier etwas anders. Mit Butter in...
Schwaka (Gast) - 17. Feb, 14:20
another feuchtgebiet...
spätpubertäre literaturwunderkinder - siehe...
kittykoma - 6. Feb, 13:43

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