3
Apr
2009

Kreuzberger Diskurse oder der ganze Benimm im Arsch

Radfahrer und Autofahrerin bremsen.

Der Radfahrer: Wahwahwahwahwah!!!! Blöde F...!
Die Autofahrerin: Bitte entschuldigen Sie vielmals, ich habe Sie nicht gesehen.
Der Radfahrer: Wahwahwahwahwah!!!! Blöde F...!
Die Autofahrerin: Ach fick dich doch!

2
Apr
2009

Im übrigen

finde ich, daß "Gut gegen Nordwind" ein total bescheuertes Buch ist.
Wenn Briefroman, dann "Les Liaisons Dangereuses".

Ernst Dylan

LENIN

Er rührte an den Schlaf der Welt
Mit Worten, die Blitze waren.
Sie kamen auf Schienen und Flüssen daher
Durch alle Länder gefahren

Er rührte an den Schlaf der Welt
Mit Worten, die wurden Brot,
Und Lenins Worte wurden Armeen
Gegen die Hungersnot.

Er rührte an den Schlaf der Welt
Mit Worten, die wurden Maschinen,
Wurden Traktoren, wurden Häuser,
Bohrtürme und Minen –

Wurden Elektrizität,
Hämmern in den Betrieben,
Stehen, unauslöschbare Schrift,
In allen Herzen geschrieben.

Johannes R. Becher


(der alte Schleimer) Wobei ich die letzten beiden Strophen rhythmisch grandios finde. Ich saß gestern wie vom Donner gerührt im Dylan-Konzert, weil mir plötzlich Textfragmente davon durch den Kopf sausten. Da hatte sich wohl im Unterbewußtsein ein Erinnerungsdeckelchen gelockert. Ich wußte nicht einmal, von wem der Text war. Einer meiner Begleiter - im ersten Leben mit Uwe Johnson beschäftigter Literaturwissenschaftler - tippte auf Kuba, aber der war in meiner Erinnerung nicht ganz so ausgewalzt hymnisch. (Wenn jemand noch den Text der "Kantate auf Stalin" hat, bitte in die Kommentare setzen) Als ich heute morgen googelte, lag die verborgene Assoziationskette vor mir: Die Stimme von Ernst Busch.



Zu Herrn Dylan kam ich gestern wie die Sprichwörtliche Jungfrau. Es gibt da ein paar Herren, die in jedes deutsche Konzert gehen. Ausschließlich, weil sie am Schluß "All along the Watchtower" hören wollen.



Einer der Herren war verhindert, eine Karte vakant. Und so kam Kitty in den Genuß, eine Musik erklärt zu bekommen, für die sie in großen Teilen zu jung ist und zu schlecht englisch spricht.

Und dann sang er noch was über Veränderung. Ich verstands natürlich nicht oder nur "changing". Aber Texte nicht zu verstehen, eröffnet meistens die größere Assoziationsfläche. Und so passte dieses knarzig heruntergeschrammelte Lied sehr gut zu meinem derzeitigen Leben

31
Mrz
2009

Das noch dazu

Es gibt kein richtiges Branchenblatt für Fernsehleute, wo es wirklich um harte Zahlen und Fakten geht, meist sind es in redaktionelle Formate verpackte PR-Aktionen. Ich hole mir meine Informationen meistens aus den Medien der Werbebranche und heute flattert mir das ins Haus.

Ist es also doch ncht mein üblicher Zweckpessimismus, der mich plagte...

30
Mrz
2009

Opas Kino - Papas Fernsehen

Gebt uns unser Fernsehen zurück vs. Macht die Glotze aus!.
Manchmal ist es kontraproduktiv, in meinem Kindergärtnerinnen-Business-Angel-Job mit dem Fluch des analytischen Denkens geschlagen zu sein. Statt einfach nur am Telefon nett zu sein, mache ich mir seit längerer Zeit Gedanken darum, was aus dem guten alten Programmfernsehen wird. Nicht uneigennützig, lebe ich doch davon. Wenn die Sender ihre Quotenerfolge mit nonfiktionalen Produktionen (z.B. "Bauer sucht Frau", "Der Restauranttester") einfahren, die ein Zehntel einer fiktionalen Fernsehproduktion kosten und ein gut Teil unserer Arbeit vom Dritte-Welt-Format Telenovela dominiert wird, ist es auch nötig, daß ich meinen Kopf langsam auf Betriebstemperatur bringe.
Wenn ich mit Fernsehproducern und Redakteuren auf ein Bier verabredet bin, mit ihnen über Senderpolitik, Projekte und Intrigen rede, dann stehe ich oft neben unseren Gesprächen und frage mich, ob die anderen nicht auch merken, daß der Fußboden immer schräger wird, wir unsere Notenpulte längst festhalten müssen und trotzdem weiterspielen.
Was ist die Zukunft? Hochpreisige deutsche Produktionen im Pay-TV, wie W&V auf eine Publikumsumfage hin behauptete? Dafür gibt es in Deutschland immer noch zu viel zu gutes Free-TV, auf dem die hochwertigen Serien des amerikanischen Pay-TV zu sehen sind. (Das vergessen viel, wenn sie die Qualität des deutschen Fernsehens monieren. "SATC", "Dr. House", "Lost", das sind alles HBO-Produktionen.)
Fernsehpionier Kofler hingegen meinte im "Horizont"-Interview, daß der die Zukunft des Pay-TV eher im niedrigpreisigen digitalen Bereich sehe, d.h. Videostream on demand, nicht terminiert, ohne Zeitraster, womöglich ohne Abo, wie in der Videothek. Dazu gibt es mittlerweile die ersten Angebote von Content per Videostream, die sich - wie das nun auch in die Jahre gekommene Privatfernsehen - über Werbeunterbrechungen finanzieren.
Wie werden unsere fiktionalen Produktionen aussehen, wenn sie sich von den Wirkungsmechanismen des Massenmediums abkehren? Wo man es allen recht machen mußte, weil man nur die eine Frequenz hatte. Junge Menschen konsumieren inzwischen mehr Internet als Fernsehen. Es gibt mehr alte als junge Menschen. Die Alten haben mehr Geld. Die Jungen müssen für die Markenprägung erreicht werden.
Wird die Differenzierung weiter voranschreiten? Die Privaten Vollprogramme für die Fulltime-Berieselung der Schmutzigen, Häßlichen und Gemeinen, die brav den beworbenen Fertigfraß kaufen? Die Öffies für die Kukident-Generation (schließlich zahlen die brav ihre Rundfunkgebühren) Kreuzfahrtfilme und romantische Komödien für in die Jahre gekommene, unterbrochen von Ratgebersendungen zu Gesundheit und Geldanlagen? Das Internet für die Jungen: viele kurze, schnelle, billig gemachte Kolportagen in geiler Ausstattung, verbunden mit dem Link, wo sich die Fummel kaufen lassen?

Ich bin froh, daß diese Diskussion anfängt. (In Bezug aus Print läuft sie ja schon länger.) Allerdings hätte ich mir nie träumen lassen, daß sie von einem rechthaberischen Greis angestoßen wird, der Bildung und Erbauung vermißte.

28
Mrz
2009

Frühjahrsmüdigkeit?

Ich könnte seit meiner Rückkehr nur noch schlafen.
Ist das normal?

Es geht los

Meine Freunde von Debitel haben mir gerade die Rechnung geschickt. Nun neige ich ja zur Selbstverantwortung und schaue zunächst, was ich verbockt habe.
Zum ersten ist das Abrufen der Mails extrem Traffic-Intensiv, da ich dusseligerweise zwei Imap-Konten parallel betrieben habe, das heißt doppeltes Datenvolumen, da können flott über 15 MB beisammen sein, weil mir viele Leute bunte Bildchen schicken, das sprengte eine Woche vorher auch schon meine deutsche Flatrate.
Daß in Deutschland 1 MB 3 € kostet, wenn ich meine Flatrate verlasse, ok. das ist nicht nett, aber akzeptabel.
Aber daß die Einwahl mit einer deutschen Vodafone-Datenkarte ins italienische Vodafone-Netz so teuer wird, nämlich 30 € pro MB, halte ich für haarsträubend. Zudem es vor 3 Jahren in Spanien bei weitem nicht so teuer war, da habe ich sogar das eine oder andere Bild hochgeladen.
Hm. Zudem ich zunächst in der Hotline drei verschiedene Auskünfte bekommen habe, wie hoch die Kosten sind. Zunächst war die Rede von 2.800, dann waren es 2.100, mittlerweile sind es "nur" noch 1.700 €.
Würfeln die die Preise aus?

27
Mrz
2009

Der letzte romantische Anfall

wirklich!
Aber morgens aufwachen, wenn die Sonne über die Hügelkante kommt. Sie haut dir so richtig eins gleißend hell auf die Nase, du drehst dich maulend um und da spiegelt sie sich in der Schranktür. Du suchst dir ein Plätzchen, wo sie noch nicht ist und durch das weit geöffnete Fenster kommt kalte, glasklare Luft, die Vögel singen und du schaust den Stäubchen beim Tanzen zu.

Hach!

26
Mrz
2009

Sehen

Komischerweise gibt es von diesem Urlaub nur 15 Fotos, einen guten Teil hat der Gastgeber von mir gemacht. Das Wetter war nicht danach und ich habe die Insel mit ganz anderen Sinnen aufgenommen. In der Erde wühlend, auf den Knien, die Nase im Lehm, über die Maccia-Hänge streifend, die Arme voll blühendem Rosmarin.
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Der Blick von meinem Quartier war traumhaft, wenn auch immer wieder ein strammer, kalter Wind wehte.
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Ich ließ es mir natürlich nicht nehmen, einmal ins Wasser zu gehen. 14 Grad. Brrrr! Ich Touri eben. Die Sarden waren noch im Pelzmantel unterwegs.
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Und wenn solches Wetter war, dann war ohnehin einkuscheln vorm Kamin angesagt.

Die Fotos vom göttlichen Essen sind noch auf der Kamera meines Gastgebers gespeichert. Junge Artischocken, die man einfach in Scheiben schneidet und mit Zitronensaft und Öl beträufelt. Dazu Bottarga oder ein bißchen Stangensellerie, ein Apfel, Walnüsse und eine Orange.
Das Lamm, aus dem ich Navarin kochte, hatte am Morgen noch gelebt. Ich orderte mit meinem nichtvorhandenen Italienisch "Agnello", zeigte auf meinen Hintern und nickte alles ab, was mir der Schlachter sonst noch zurief. Und so sah ich mich beim Auspacken nicht nur im Besitz einer Babylammkeule, es lag auch ein halber Kopf dabei. Ich mag es nicht, wenn mich mein Essen ansieht, auch wenn es nur ein Auge hat...
Die Zunge verwendete ich (oh wie zart!), das Gehirn packte ich nach kurzem Überlegen in den Schädel zurück (gab es da nicht mal die Schafsdrehkrankheit?) und machte damit die ewig hungrigen Hunde des Nachbarn glücklich.

Eine Empfehlung muß ich noch loswerden: Sollten Sie jemals in das schöne Städtchen Bosa kommen, gehen Sie in die Trattoria Sa Nassa am Fluß auf der Burgseite. - So sie geöffnet hat, denn die Inhaber arbeiten oft noch auf ihrem Campingplatz, in der benachbarten Bar oder in ihren Gärten und Weinbergen.
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Das Speichergewölbe (in den anderen Häusern stehen dort die Weinfässer und die Fischereigeräte) ist wunderschön hergerichtet.
Meistens kocht eine Tante und es kommt auf den Tisch, was da ist. Eine Speisekarte gibt es nicht, sondern nur die Wahl "Erde" oder "Meer" (die Fischer landen in 3 Metern Entfernung an). Ich hatte phantastische Fischvorspeisen, eine knusprig gebratene Dorade und das klassische sardische Dessert, ein gebackenes Törtchen, das mit mildem Ziegenkäse gefüllt war und mit Honig übergossen wurde. Dazu selbstgemachter Wein und Marsala...

PS.: Der Jugendliche von Welt isst dortzulande gerade nur Pizza mit Pommes.

Dann stellt sich natürlich die Frage, was ich im kalten Berlin mache. Ich wollte noch zwei Wochen verlängern, aber ein Anruf meines Mobilfunkanbieters, der mich darauf hinwies, daß ich angeblich 2.800 € Kosten für UMTS-Nutzung verursacht hätte (2 1/2 Tage 2x Mails checken), ließ mich den gastlichen Ort pünktlich verlassen. Aber das wird eine andere Geschichte.

25
Mrz
2009

Changes

Es gibt Menschen und Zeiten, da werden Veränderungen mit unglaublichem Energieaufwand betrieben. Da geht einer mit einem Löffel auf einen Hügel und schippt jahrein, jahraus die Erde beiseite und am Ende seines Lebens bemerkt er, daß er den ganzen Dreck nur zehn Meter weiter bewegt hat und außerdem ziehts jetzt kalt das Tal hinauf.
Es gibt Menschen und Zeiten, da wird der Gedanke an den freien Blick auf das Tal nur gedacht. Alles andere tun ein Regenguß, ein Erdrutsch und ein paar Stunden mit der Schaufel. Glück? Zufall? Ja. Vielleicht aber auch die Intuition, sich einen Lehmhügel auszusuchen und keinen Granitfelsen.
Überhaupt das Wort Veränderung. Es beginnt schon mal mit Ver-, was im deutschen Sprachgebrauch eher negatives assoziiert. Änderung kommt von anders. Das Andere ist das Gegenüber, der Gegenpol, das Fremde, das Nicht-Ich. Ver-änderung ist die Bewegung auf den Gegenpol zu, die Verwandlung in den Gegenpol, die Assimilation des Fremden.
Dann gibt es das Wort Wende. Aber auch das meint etwas anderes. Ein von innen nach außen kehren, ein Umstülpen, einen Richtungswechsel. Wo habe ich von den Wendezaubern gelesen? Damit läßt sich ein Fluch zum Verursacher zurückschicken.
Wechsel ist für eine Frau in den Vierzigern einseitig besetzt. Du gibst etwas her und bekommst etwas anderes dafür, ohne zu wissen, ob du das überhaupt willst.
Change assoziiert mehr. Die Mischung vom Gegensätzlichem, gleitende Übergänge, Fließen.
Wandel ist ein gutes deutsches Wort. Ein aktives, das Bewegung beschreibt.

Manchmal kracht es nicht einmal, obwohl ungeheure Energien wirken. Da packt es einen und hebt einen empor und man kann nicht einmal schreien, das habe man jetzt aber nicht gewollt. Denn wenn man es nicht gewollt hätte, hätte man sich nicht zu dieser Zeit an diesem Ort befunden und das Schicksal herausgefordert.

Ach ja, Sardinien. Herb und lieblich zugleich. Stark und zärtlich, voller Ruhe und Kraft. Mit Hitze, Kälte, Wellen, Sturm und süß duftender Luft.
Eine verbrannte Nase und Hände, die zupacken können, bringe ich wieder nach Hause zurück. Ein Beet aus wildem Rosmarin und ein Rot- oder Weißdorn (das wird die Blüte zeigen), klein und bizarr, der nun zwischen Küche und Tor steht, sind mein Werk. Mal sehen, ob sie Wurzeln schlagen.
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Deshalb. Letzter Abschnitt.
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kittykoma - 7. Nov, 23:29
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Kitty und ihr Tagebuch sind wieder an die alte Adresse...
Kitty (importiert durch kittykoma) - 18. Okt, 16:03
wieder einmal bestätigt...
wieder einmal bestätigt sich, dass sport eben doch...
Huehnerschreck - 6. Apr, 10:21
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muß sein. 2007: angebrochene Rippe im Wanderurlaub. 2008:...
kittykoma - 4. Apr, 20:44
Ich will auch einen Staubsauger...
Ich will auch einen Staubsauger mit dem die Hausarbeit...
Steffi (Gast) - 8. Mai, 06:45
Saure Eier
Bei uns gehen Saure Eier etwas anders. Mit Butter in...
Schwaka (Gast) - 17. Feb, 14:20
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kittykoma - 6. Feb, 13:43

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