leben

29
Mai
2009

Die anderen Toyboys

Bei meinen Reisen durchs www bin ich vor einiger Zeit auf diese Seite gestoßen. Es geht um ältere Frauen, die von jüngeren Männern unter Liebesvorwand ausgenutzt und abgezockt werden.
Ich hatte mich eine Weile festgelesen, kopfschüttelnd, weil ich mir so viel Naivität und Vertrauensseligkeit gar nicht vorstellen konnte.
Das verrückte ist, daß mir aus Nachbarschaft und Bekanntenkreis auf Anhieb 4 Frauen einfielen, denen so etwas passiert ist. Ich habe nie direkt darüber gehört, eher um 5 Ecken oder, wenn eine der Frauen selbst darüber sprach, dann fand sie dazu immer Erklärungen, warum sie das Geld jetzt los, aber auch nicht mehr mit dem Typen zusammen ist...
Scheinbar ist das verbreiteter, als man annehmen könnte, weil kaum jemand darüber redet.

28
Mai
2009

Charlottenburger Impressionen

Aldi hat Markennamen, die direkt aus dem Hirn eines Legasthenikers zu stammen scheinen: "Shamp" für Sportklamotten, "Old Hopking" für Schnaps (und den dritten krieg ich nicht mehr hin, der war zu abstrus).

Die Oberlippen dieses Stadtteils könnten die gesamte russische Schwarzmeerflotte aus Seenot retten.

Warum regnet es an der Ecke Kantstr., am Kudamm aber nicht? (Für Nichtberliner: das ist eine Distanz von 300m).

25
Mai
2009

Alles nur geträumt

Die Träume, die ich derzeit des Nachts produziere, sind neuartig:
Ich sehe kurz auf eine Landkarte, auf der die Route von A nach B eingezeichnet ist. Irgendwann später beschließe ich, von A nach B aufzubrechen. Als ich schon auf dem Weg bin und durch einen dunklen Wald laufe, fällt mir ein, daß ich nicht weiß, wie Ort B heißt und wie Ort A hieß, habe ich auch längst vergessen. Dann nehme ich eine Eisenbahn und sage mir, daß ich schon irgendwann irgendwo ankommen werde.
Später sitze ich auf einem Boot und fahre über einen klaren dunklen See. Im Wasser schweben Kleider von mir vorbei. Ich tauche und versuche, welche einzufangen, das Kind hilft mir dabei, aber viele ziehen wir nicht nach oben, denn sie sinken zu schnell in die Tiefe.
Letzte Nacht bin ich mit Freunden und dem Mann durch die leeren Straßen einer großen Stadt gegangen. Es war tief in der Nacht, alles schlief und wir waren sehr guter Stimmung. Fast beiläufig fiel mir auf, daß ich barfuß war und außer dem Kleid am Körper nichts bei mir hatte, kein Geld, keinen Wohnungschlüssel, kein Telefon.
Auffällig ist, daß diese Träume angsterregend sein könnten, es aber nicht sind. Früher hatte ich Panikträume von Theatervorführungen, die schon begonnen hatten und ich nach dem eingestrichenen Textbuch suchte. Oder ich sollte gar nicht als Souffleuse arbeiten, sondern für die Hauptrolle einspringen und habe krampfhaft überlegt, wie ich den Leuten beibringe, die an mir in den Theatergängen vorbeihasten, das ich das doch garnicht kann.
Oder ich mußte ganz banal noch mal aufs Gymnasium und hatte nicht einmal einen Stundenplan, von Hausaufgaben ganz zu schweigen.
Oder ich saß auf dem Rücksitz der großen Limousine, die ich jahrelang fuhr und bemerke mit Erschrecken, daß das Auto zwar sehr schnell fährt, aber niemand am Steuer sitzt. Ich bemühte mich krampfhaft, nach vorn zu hangeln, damit nichts passiert, denn schließlich ist das Kind auch mit im Auto...
(Die Rücksitzträume hörten auf, als ich auf einen Zweisitzer umstieg, warum auch immer.)
Ich empfinde mich im wahren Leben ja derzeit als etwas zu entspannt und warte darauf, daß es mal richtig kracht. War schließlich immer so.

22
Mai
2009

Komische Fragen

"Nächste Woche ist Fetischball. Habt ihr Lust mit uns zusammen hinzugehen?"

Wenn die Frage von einem Paar kommt, das einem erst von zwei Begegnungen bekannt ist und das so garnichts vordergründig Sexuelles ausstrahlt (eher eine nette Papa-Tochter-Kombi zu sein scheint), macht das schon nachdenklich.
Dresscode geht nicht, mein Lederkorsett ist mitsamt der kleinen, praktischen Peitsche eingelagert. Nur Gaffen geht schon garnicht, das fände ich ja so abgrundtief spießig wie zu einer sogenannten Erotikmesse zu gehen. Außerdem finde ich solche Veranstaltungen sehr 90er...

Bei Recherche stieß ich darauf:
"Ich trug für die nächsten Stunde meine extrem hochgeschnitte, bis unter die Brüste gehende, rauchgraue Latexstrumpfhose von Polymorphe sowie das passende knappe Kurztop mit dem raffinierten Vorderreißverschluß. Genau - es ist die Kombination, die ich in der Serie "Dirty Gyn Chair" trug." (Quelle ist mir bekannt, ich will sie aber nicht verlinken.) - Es gibt also Stargäste.
Und voriges Jahr kostete das Vergnügen satte 55 Tacken.

Auf was für einem Trip sind die denn?

21
Mai
2009

Timing

Dieses Berliner Wetterphänomen: Mensch wacht früh bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel auf, dreht sich selig noch mal um, schläft aus, während die ersten Wolken am Horizont hervorlugen. Beim Frühstück ist es immer noch sonnig und warm und wenn die Sachen für die Radtour zusammengegrabbelt sind, dann ist die Sonne weg und der Himmel bleigrau.
Zumindest heute war es möglich, dem Wetterphänomen ein Schnippchen zu schlagen: Um 7 Uhr aufstehen, um 9 Uhr zum Schlachtensee fahren, Schwimmen gehen, um 10 Uhr in der Fischerhütte in der Sonne aufwärmen und frühstücken und beim Anzug des Regengebietes wieder ins Auto steigen. Beim Einparken fallen dann die ersten Tropfen.
Wenn man dafür nicht so tierisch früh aufstehen müßte.

20
Mai
2009

Unsere Besten

Schreibtischselbstgespräch:
"Und jetzt heftest du die ganze Scheiße mal ein, du faule Sau!"

Vor langen Jahren, als ich noch eine Großfirma war und Mitarbeiter hatte, war das irgendwie netter.


Aber dafür Auto plitzeplank! Ich durfte sogar helfen!

18
Mai
2009

Wochenende

Für Selbständige wie mich ist es oft verführerisch, das Wochenende zu ignorieren. Man erscheint so besonders beschäftigt, wenn man am Sonntag morgen verkündet: "Heute ist die Buchhaltung dran!", und am Montag verdaddelt man zur besten Bürozeit zwei Stunden im Netz.
Dieses Wochenende war eines von der richtigen Sorte.

Freitag abend:
Muckibude und danach Italiener. (Sport nur mit gebremstem Schaum, da immer noch nicht ganz fit)

Samstag:
Einkaufszettel schreiben und einkaufen (Markt, Rogacki, Getränkeladen).
Kochen und Backen (Buletten, Hähnchenschenkel, Rhabarberkuchen und jene Tarte Tatin, die Frau Modeste dann den ganzen Abend anschmachtete).
Bowle ansetzen.
hübschen, geht Gott sei Dank wieder schneller, da die Haare wieder kürzer sind.
Den Mann mit seinen Aufgaben incl. Zeitvorgabe konfrontieren. Mitten in Partyvorbereitungen verschwindet der gern im spielerischen Nirwana. Das letzte Mal lag er bis eine Stunde vor Erscheinen der Gäste mit Depri im Bett und ich habe ein dreigängiges Diner mit einem Verband auf der rechten Hand allein hergerichtet. Diesmal war er für die Inneneinrichtung und Deko verantwortlich und mußte aber dringend noch per Hotline seinen Blackberry einrichten.
Party! Auf dem Balkon, im Arbeitszimmer im Esszimmer stauten sich die Gäste und ich hing mit einem Pärchen im Wohnzimmer fest. Unhöflich, die beiden dort sitzen zu lassen. Notiz für die nächste Party: Büffet in der Mitte der Wohnung aufbauen, also in der Küche, dann verteilen sich die Gäste besser.
Es wurde hell, als die letzten Gläser gespült waren und die Diskussionen der redefreudigsten Zwei im Alkohol mäandernd zum Stehen kamen.
Dann Pennen ohne Limit.

Sonntag:
Langsam wieder in die Welt kommen. Kein dicker Kopp trotz Bowle. Denen, die meinen Geburtstags-Sliwowicz ausgetrunken haben, wird es etwas anders gegangen sein.
Rhabarber-Kuchen gefrühstückt. Der war nicht perfekt, weil zu trocken. Dafür war die Baiser-Haube für den ersten Versuch sehr gut gelungen.
Reste vertuppert und zusammengepackt, in den Tiergarten geradelt und mit einer Freundin und zwei Kindern zum Picknick getroffen. Auf einer Decke mit beträchlicher Feuchtigkeit von unten ob des nächtlichen Regens tief und fest geschafen, bis mich die anderen vom Wasser aus, mit dem Bötchen vorbeifahrend, wachriefen.
Abendessen im Cafe am Neuen See, unglaublich, was für Riesenpizzas Kinder vertilgen können.
Danach tatsächlich den Fernseher eingeschaltet. Erst Cinema Paradiso - leider in einer völlig verstümmelten Fernsehfassung - angesehen. (Zumindest kam es mir so vor, das ganze Handlungsblöcke des Films fehlten.) Danach in Die dünnen Mädchen reingeschaut. Gutes Thema, guter Erzählansatz, aber (vielleicht als Preis der Authentizität) mordsschlechte Bilder.

Übrigens gibt es auch für heute einen Fernsehtip:
Sieben Brüder, leider erst um 23:50 Uhr auf ZDF. Ein wunderbarer Film, an dem sich unter anderem die Veränderung der Entwicklung von Männern in Deutschland innerhalb zweier Generationen erfahren läßt.

17
Mai
2009

Uff!

Meine Sonnenbrille ist wieder aufgetaucht!

14
Mai
2009

In den Zeiten des Verrats sind die Landschaften schön

Heiner Müller "Der Auftrag"
Weiß gar nicht, warum ich darauf komme. Aber heute war sowieso mein literarischer Tag. Mir spukten jede Menge Zitate im Kopf herum (vielleicht hatte ich ein Hirnareal lockergehustet). La Primavera habe ich heute vormittag mit "Faust" bombardiert. Nicht unbedingt mein Stück, diese deutsche Ikone. Aber vielleicht komme ich langsam in das Alter, wo ich es verstehe.
Je fataler meine geschäftliche Situation wird (und das teile ich zu meinem Trost mit vielen), um so freier wird mein Kopf. Meine Gedanken und mein Lebensgefühl kommen auf Touren wie lange nicht mehr. Ich denke, schreibe, beobachte, schlussfolgere. Doch letztlich füllt das nicht mein Konto. Vielleicht hole ich etwas nach, was ich in den Jahren in der Tretmühle nicht tun konnte: das kreative Energiepotential auffüllen.
Ich genieße jeden Moment als wertvoll. Den müden, zufriedenen Gesichtsausdruck meines Cousins, der heute mittag Vater geworden ist. Die Sonne, die neben dem Dom untergeht. Bandy Brooks-Eiscreme. Zu sehen, daß die roten Korallen, die ich von Sardinien mitgebracht habe, auf meiner Haut immer schöner werden. Mein Kind, das von Tag zu Tag erwachsener wird. Freunde...
Ich, die ich lange Jahre keine Sehnsüchte hatte, fange an, wieder zu träumen. Ich nehme mir die Freiheit, zu überlegen, wie mein Leben in den nächsten 10 Jahren aussehen könnte. Manchmal wird mir himmelangst dabei und ich sage mir, daß ich verrückt bin. Denn es kann auch alles ganz anders kommen, negativ, deprimierend, einengend und abweisend. Auf der anderen Seite weiß ich, daß ich es bisher immer aus ganz miesen Situationen herausgeschafft habe und erreicht habe, was ich erreichen wollte.
Es sind 106 Meilen bis Chicago, wir haben genug Benzin im Tank, ein halbes Päckchen Zigaretten, es ist dunkel und wir tragen Sonnenbrillen.
Ich kann Ziele formulieren, ich habe keine Angst, draufloszustolpern und Fehler zu machen. Ich lerne schnell und kann meinem Instinkt vertrauen. Ich bin anpassungs- und durchsetzungsfähig. Ich habe ein Gefühl für Timing entwickelt. Weiß, was wann dran ist, Handeln oder Zögern. Ich kann mir aus kurzen Etappensiegen Zufriedenheit holen. Und wenn es wirklich wichtig ist, kann ich Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden.
Nun ja, sprechen wir uns wieder, wenn einige Zeit vergangen ist. Vielleicht zeugten diese Sätze auch gerade von der größten Selbstüberschätzung meines Lebens.

Drei Dinge, die in Zukunft wichtig sind?

Morgens vor das Haus treten, mit beiden Füßen auf der Erde stehen und schauen, was der Tag bringt.

Den Horizont sehen.

Neben dem Mann einschlafen.

langsam

gehts wieder aufwärts...
habe aber immer noch ein weltverschlingendes schlafbedürfnis.
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Deshalb. Letzter Abschnitt.
Deshalb. Letzter Abschnitt.
kittykoma - 7. Nov, 23:29
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Es ist vollbracht
Kitty und ihr Tagebuch sind wieder an die alte Adresse...
Kitty (importiert durch kittykoma) - 18. Okt, 16:03
wieder einmal bestätigt...
wieder einmal bestätigt sich, dass sport eben doch...
Huehnerschreck - 6. Apr, 10:21
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kittykoma - 4. Apr, 20:44
Ich will auch einen Staubsauger...
Ich will auch einen Staubsauger mit dem die Hausarbeit...
Steffi (Gast) - 8. Mai, 06:45
Saure Eier
Bei uns gehen Saure Eier etwas anders. Mit Butter in...
Schwaka (Gast) - 17. Feb, 14:20
another feuchtgebiet...
spätpubertäre literaturwunderkinder - siehe...
kittykoma - 6. Feb, 13:43

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