21
Mai
2009

Timing

Dieses Berliner Wetterphänomen: Mensch wacht früh bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel auf, dreht sich selig noch mal um, schläft aus, während die ersten Wolken am Horizont hervorlugen. Beim Frühstück ist es immer noch sonnig und warm und wenn die Sachen für die Radtour zusammengegrabbelt sind, dann ist die Sonne weg und der Himmel bleigrau.
Zumindest heute war es möglich, dem Wetterphänomen ein Schnippchen zu schlagen: Um 7 Uhr aufstehen, um 9 Uhr zum Schlachtensee fahren, Schwimmen gehen, um 10 Uhr in der Fischerhütte in der Sonne aufwärmen und frühstücken und beim Anzug des Regengebietes wieder ins Auto steigen. Beim Einparken fallen dann die ersten Tropfen.
Wenn man dafür nicht so tierisch früh aufstehen müßte.

20
Mai
2009

Unsere Besten

Schreibtischselbstgespräch:
"Und jetzt heftest du die ganze Scheiße mal ein, du faule Sau!"

Vor langen Jahren, als ich noch eine Großfirma war und Mitarbeiter hatte, war das irgendwie netter.


Aber dafür Auto plitzeplank! Ich durfte sogar helfen!

18
Mai
2009

Wochenende

Für Selbständige wie mich ist es oft verführerisch, das Wochenende zu ignorieren. Man erscheint so besonders beschäftigt, wenn man am Sonntag morgen verkündet: "Heute ist die Buchhaltung dran!", und am Montag verdaddelt man zur besten Bürozeit zwei Stunden im Netz.
Dieses Wochenende war eines von der richtigen Sorte.

Freitag abend:
Muckibude und danach Italiener. (Sport nur mit gebremstem Schaum, da immer noch nicht ganz fit)

Samstag:
Einkaufszettel schreiben und einkaufen (Markt, Rogacki, Getränkeladen).
Kochen und Backen (Buletten, Hähnchenschenkel, Rhabarberkuchen und jene Tarte Tatin, die Frau Modeste dann den ganzen Abend anschmachtete).
Bowle ansetzen.
hübschen, geht Gott sei Dank wieder schneller, da die Haare wieder kürzer sind.
Den Mann mit seinen Aufgaben incl. Zeitvorgabe konfrontieren. Mitten in Partyvorbereitungen verschwindet der gern im spielerischen Nirwana. Das letzte Mal lag er bis eine Stunde vor Erscheinen der Gäste mit Depri im Bett und ich habe ein dreigängiges Diner mit einem Verband auf der rechten Hand allein hergerichtet. Diesmal war er für die Inneneinrichtung und Deko verantwortlich und mußte aber dringend noch per Hotline seinen Blackberry einrichten.
Party! Auf dem Balkon, im Arbeitszimmer im Esszimmer stauten sich die Gäste und ich hing mit einem Pärchen im Wohnzimmer fest. Unhöflich, die beiden dort sitzen zu lassen. Notiz für die nächste Party: Büffet in der Mitte der Wohnung aufbauen, also in der Küche, dann verteilen sich die Gäste besser.
Es wurde hell, als die letzten Gläser gespült waren und die Diskussionen der redefreudigsten Zwei im Alkohol mäandernd zum Stehen kamen.
Dann Pennen ohne Limit.

Sonntag:
Langsam wieder in die Welt kommen. Kein dicker Kopp trotz Bowle. Denen, die meinen Geburtstags-Sliwowicz ausgetrunken haben, wird es etwas anders gegangen sein.
Rhabarber-Kuchen gefrühstückt. Der war nicht perfekt, weil zu trocken. Dafür war die Baiser-Haube für den ersten Versuch sehr gut gelungen.
Reste vertuppert und zusammengepackt, in den Tiergarten geradelt und mit einer Freundin und zwei Kindern zum Picknick getroffen. Auf einer Decke mit beträchlicher Feuchtigkeit von unten ob des nächtlichen Regens tief und fest geschafen, bis mich die anderen vom Wasser aus, mit dem Bötchen vorbeifahrend, wachriefen.
Abendessen im Cafe am Neuen See, unglaublich, was für Riesenpizzas Kinder vertilgen können.
Danach tatsächlich den Fernseher eingeschaltet. Erst Cinema Paradiso - leider in einer völlig verstümmelten Fernsehfassung - angesehen. (Zumindest kam es mir so vor, das ganze Handlungsblöcke des Films fehlten.) Danach in Die dünnen Mädchen reingeschaut. Gutes Thema, guter Erzählansatz, aber (vielleicht als Preis der Authentizität) mordsschlechte Bilder.

Übrigens gibt es auch für heute einen Fernsehtip:
Sieben Brüder, leider erst um 23:50 Uhr auf ZDF. Ein wunderbarer Film, an dem sich unter anderem die Veränderung der Entwicklung von Männern in Deutschland innerhalb zweier Generationen erfahren läßt.

17
Mai
2009

Uff!

Meine Sonnenbrille ist wieder aufgetaucht!

14
Mai
2009

Auslandsversprecher

Wer sich erinnert: ich hatte für fünf Mal Mails checken auf der schönen Insel Sardinien (über vodafone Deuschland zu vodafone Italia) von meinem Provider Debitel eine Rechnung in Höhe von 1.600 € bekommen.
Eine Zeitlang habe ich den Herrschaften böse Faxe geschrieben, in denen ich wiederholt anfragte, wie sie es eigentlich erklären könnten, daß bei ihnen 1 MB Daten über 30 € kostet und bei Vodafone direkt für alle Verträge, ob alte oder neue, maximal 3,40 €. Als Antwort schickte mir der Platinservice für besondere Kunden stoisch und kommentarlos angebliche Auszüge aus meinen Vertragsbedingungen und versuchten immer wieder, das Geld per Lastschrifteinzug zu holen, obwohl ich ihnen dazu die Vollmacht sofort nach meiner Rückkehr entzogen hatte.
Letzte Woche beauftragte ich dann doch einen Anwalt mit der Geschichte und zwei Tage später (was aber nicht in kausalem Zusammenhang steht) wurden sämtliche Firmengeräte für ausgehende Anrufe gesperrt.
Interessanterweise auch mein Haupttelefon, für das ich eine nicht unbeträchtliche Flatrate monatlich im Voraus bezahle (und auch während der Streitigkeiten bezahlt habe).
Ich hoffe, das ist der Punkt, wo ich einhaken und fristlos kündigen kann. Denn als Kundin hat mich dieser Laden zumindest innerlich schon seit einigen Wochen verloren.
Und mein Anwalt hat den Vorstand von Debitel-Mobilcom, wie sie neuerdings heißen, mit einer Strafanzeige wegen Preiswucher bedroht. Die Frist zur Reaktion läuft morgen ab. Ich bin sehr gespannt.

In den Zeiten des Verrats sind die Landschaften schön

Heiner Müller "Der Auftrag"
Weiß gar nicht, warum ich darauf komme. Aber heute war sowieso mein literarischer Tag. Mir spukten jede Menge Zitate im Kopf herum (vielleicht hatte ich ein Hirnareal lockergehustet). La Primavera habe ich heute vormittag mit "Faust" bombardiert. Nicht unbedingt mein Stück, diese deutsche Ikone. Aber vielleicht komme ich langsam in das Alter, wo ich es verstehe.
Je fataler meine geschäftliche Situation wird (und das teile ich zu meinem Trost mit vielen), um so freier wird mein Kopf. Meine Gedanken und mein Lebensgefühl kommen auf Touren wie lange nicht mehr. Ich denke, schreibe, beobachte, schlussfolgere. Doch letztlich füllt das nicht mein Konto. Vielleicht hole ich etwas nach, was ich in den Jahren in der Tretmühle nicht tun konnte: das kreative Energiepotential auffüllen.
Ich genieße jeden Moment als wertvoll. Den müden, zufriedenen Gesichtsausdruck meines Cousins, der heute mittag Vater geworden ist. Die Sonne, die neben dem Dom untergeht. Bandy Brooks-Eiscreme. Zu sehen, daß die roten Korallen, die ich von Sardinien mitgebracht habe, auf meiner Haut immer schöner werden. Mein Kind, das von Tag zu Tag erwachsener wird. Freunde...
Ich, die ich lange Jahre keine Sehnsüchte hatte, fange an, wieder zu träumen. Ich nehme mir die Freiheit, zu überlegen, wie mein Leben in den nächsten 10 Jahren aussehen könnte. Manchmal wird mir himmelangst dabei und ich sage mir, daß ich verrückt bin. Denn es kann auch alles ganz anders kommen, negativ, deprimierend, einengend und abweisend. Auf der anderen Seite weiß ich, daß ich es bisher immer aus ganz miesen Situationen herausgeschafft habe und erreicht habe, was ich erreichen wollte.
Es sind 106 Meilen bis Chicago, wir haben genug Benzin im Tank, ein halbes Päckchen Zigaretten, es ist dunkel und wir tragen Sonnenbrillen.
Ich kann Ziele formulieren, ich habe keine Angst, draufloszustolpern und Fehler zu machen. Ich lerne schnell und kann meinem Instinkt vertrauen. Ich bin anpassungs- und durchsetzungsfähig. Ich habe ein Gefühl für Timing entwickelt. Weiß, was wann dran ist, Handeln oder Zögern. Ich kann mir aus kurzen Etappensiegen Zufriedenheit holen. Und wenn es wirklich wichtig ist, kann ich Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden.
Nun ja, sprechen wir uns wieder, wenn einige Zeit vergangen ist. Vielleicht zeugten diese Sätze auch gerade von der größten Selbstüberschätzung meines Lebens.

Drei Dinge, die in Zukunft wichtig sind?

Morgens vor das Haus treten, mit beiden Füßen auf der Erde stehen und schauen, was der Tag bringt.

Den Horizont sehen.

Neben dem Mann einschlafen.

langsam

gehts wieder aufwärts...
habe aber immer noch ein weltverschlingendes schlafbedürfnis.

11
Mai
2009

ok.

jetzt bin ich richtig krank.

edit: so einen hirnconnector, der meine fieberträume in blogeinträge verwandelt, wäre klasse. die schnittstelle hand-tastatur tuts gerade nicht so recht...

bin nämlich unter anderem gerade auf einer türkisblauen perlenkette über eine tiefe schlucht balanciert, um in ein luxushotel zu kommen.

10
Mai
2009

Die Folgen des Trotzes oder Neues aus Hypochondrien

Es war gestern ein mäßig warmer Abend. Aber da ich ohnehin schon mit Husten geschlagen war und auch noch begann, in fieses Niesen auszubrechen, war ich starrköpfig in Kleidchen und Sandalen unterwegs.
Selbst spät am Abend, als die ersten Regentropfen fielen, hüpfte ich auf einem Steg über der Spree zu deutschem HipHop herum.
Dafür wurde ich heute mit einer Kopftotalverstopfung belohnt. Es schnieft und niest und tropft immer mal.
In meinem Kopf tummeln sich zwar recht kluge Gedanken, allein, sie aufzuschreiben ist zu mühselig. Dafür werde ich in meinen ausgiebigen Schlafepisoden mit skurrilen Träumen belohnt.
Auch nicht schlecht.

Und meine Sonnenbrille ist verschwunden. Wahrscheinlich habe ich sie auf blödsinnigste Art und Weise verlegt.

Außerdem hat mir Debitel wegen des immer noch laufenden Streits um überhöhte Daten-Roaming-Gebühren alle unter Vertrag stehenden Telefone gesperrt. Auch die, um die es nicht geht.
Dafür droht mein Anwalt in der nächsten Runde dem Vorstand der Firma mit Strafanzeige wegen Preiswuchers. Aber dazu ausführlicher an einem anderen Tag.

8
Mai
2009

Tut das not?

Durch die Pollenallergie bin ich gerade durch und nun erwischt mich so ein fieser Sommerinfekt, mit Husten, Halsweh, miesem Magen, ein bißchen Fieber und viel Kreislauf.
Himmelherrgottsakrament!
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